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Schwimmerin

Ident. Nr.: B II 33

ObjID: obj:963749

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Cremer (1906 - 1993),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1958-1960 (Guss 1961)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schwimmerin
Übersetzung: Swimmer
Geografische Bezüge
Provenienz
Kauf: Kulturfonds der DDR,
1961 - 1966
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 106,5 x 50 x 38 cm
Erwerbung
1966 Übereignung des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Neben Porträtbüsten und Denkmalentwürfen bilden weibliche Aktfiguren die dritte große Werkgruppe in Cremers Schaffen der 1950er-Jahre. Am Ende dieses produktiven Jahrzehnts geschaffen, sitzt die „Schwimmerin“ (B II 33) wartend, vielleicht auch ausruhend an einer Stange, die Füße entspannt übereinandergeschlagen und das Gesicht ein wenig zur Seite gewandt, als würde sie etwas beobachten – wodurch die Plastik Lebendigkeit oder sogar ein subtiles Spannungsmoment vermittelt. Wenig später verwendete Cremer scheinbar dieselbe Stange, um ein Liebespaar in Szene zu setzen („Junge Liebe“, B II 32). Lässig lehnt sich ein junger Mann leicht zurück, auch er legt die Füße übereinander. Die junge Frau neben ihm hat sich auf die Stange gesetzt und wendet sich ihm zu wie in einer Unterhaltung. Seine linke Hand ruht neben ihrem Knie auf den Rockfalten. Von der „Liebe“ im Titel ist wenig angedeutet, man sieht vor allem die Zurückhaltung. Die Schwimmerin und das junge Liebespaar zeigen Momente aus dem Alltag, ohne große Dramatik strahlen sie eher Ruhe aus. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson