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Mädchen mit Sichel

Ident. Nr.: B I 571

ObjID: obj:963767

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Herbert Garbe (1888 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1933
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchen mit Sichel
Originaltitel: Mietitrice
Übersetzung: Girl with Sickle
Geografische Bezüge
Material / Technik
Kunststein
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 144 x 40 x 35 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
1935 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

In den 1920er-Jahren war Garbes Stil eng mit dem Expressionismus verbunden gewesen. Bis zum „Mädchen mit Sichel“ 1933 vollzog sich jedoch ein starker Wandel in seiner Kunst. Die fast lebensgroße Figur mit weiblichen Rundungen und solider Statur hält ihre Arme steif am Körper. Aufgegeben ist die Bewegung, die bei den „Drei Frauen“ (B 583) so integrativ erschienen war, stattdessen wirkt das Mädchen statisch. Es war auf der Biennale von Venedig 1934 erstmals ausgestellt. Dort wurde es beschädigt, aber anschließend dennoch für die Nationalgalerie angekauft, mit der Begründung, dass es nunmehr in geschlossenen Räumen gezeigt werden müsse. Am 15. Juli 1934 schrieb Garbe dazu: „Diese [Skulptur] war als Garten- oder Parkfigur gedacht. Die Bruchstelle befindet sich an den Beinen […], die unglücklichste Stelle für ein wetterbeständiges Flicken. [Ich baute] die Figur in ungefähren Umrissen in Ton auf, mit einer Zugabe für die endgültige Bearbeitung des Materials, welches aus gemahlenem Muschelkalk und Cement besteht u. in die über dem Tonmodell gegossene ‚verlorene‘ Gipsform eingestampft wurde. Dann kam die eigentliche Bearbeitung des Materials. – So stellt die zerbrochene Figur ein Originalwerk dar, das leider nicht mehr zu ersetzen ist. Einem Abguß würde die Frische des direkten Arbeitens im Material fehlen und eine Nachbearbeitung am Stoffverlust scheitern“ (SMB-ZA, I/NG 766, Bl. 179). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz