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Sitzender Akt

Ident. Nr.: A IV 364

ObjID: obj:963774

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Lothar Böhme (1938 ),
Künstler*in
Datierung
1972
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sitzender Akt
Übersetzung: Seated Nude
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 100 x 80 cm
Erwerbung
1978 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

In der Ost-Berliner Galerie am Turm hatte Böhme 1972 seine erste gemeinsame Ausstellung mit seiner Frau, Christa Böhme. Sie wohnten in Pankow und befruchteten sich gegenseitig in ihren Arbeiten. Böhmes Akte sind meist anonym und weiblich, er stellt sie sitzend, liegend, stehend oder auch kniend dar. Häufig änderte er die Position des Akts nur geringfügig, um zu einem neuen Bild zu kommen. Wie bei früheren Arbeiten fertigte Böhme für diesen Akt wohl Studien vor dem Modell an, doch das vorliegende Bild ist in helleren Naturtönen gehalten. Die Frau sitzt leicht schräg und nach vorn übergebeugt, wobei sie einen Arm vor ihren Bauch, den anderen angewinkelt vor dem Körper hält, die Hand am Kinn. Sie sitzt auf einer Fläche in Grüntönen, die Art der Sitzgelegenheit ist nicht zu erkennen. Der obere Bildhintergrund ist in gedeckteren Brauntönen gehalten. | Sarah Hampel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz