Logo

Stillleben mit Kakteen

Ident. Nr.: A III 81

ObjID: obj:963813

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Burmann (1892 - 1945),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Kakteen
Übersetzung: Still Life with Cacti
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 66,5 x 53,5 cm
Erwerbung
1926 Ankauf vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf der Frühjahresausstellung der Berliner Akademie der Künste für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Immergrüne Zimmerpflanzen wie Gummibäume oder Kakteen erfreuten sich in den 1920er- und 1930er-Jahren großer Beliebtheit. Durch ihre exotische Anmutung von der Tristesse großstädtischer Mietskasernen ablenkend, dekorativ und pflegeleicht, waren sie im klein- wie großbürgerlichen Milieu ein geschätztes Einrichtungsstück. Selbst im Bauhaus standen sie auf den Fensterbrettern. Künstlerische Reaktionen blieben nicht aus. Joachim Ringelnatz bedichtete den Kaktus, die Comedian Harmonists machten das Lied „Mein kleiner grüner Kaktus“ berühmt, und Künstler wie Alexander Kanoldt (vgl. dessen „Stillleben I“, A II 629), Georg Scholz oder eben Burmann wählten die Pflanzen zum Bildgegenstand. „Stillleben mit Kakteen“ entstand im Jahr der ersten großen Ausstellung zur Neuen Sachlichkeit in der Kunsthalle Mannheim, die auch Werke von Burmann präsentierte. Dargestellt sind gleich sechs verschiedenen Kakteenarten in minutiös neusachlichem Stil, gleichwohl in einem leicht surreal anmutenden Setting. Die Zentralperspektive wirkt sonderbar verzogen, die räumliche Situation ist durch den tiefschwarzen, schwer definierbaren Gegenstand im Hintergrund noch weiter verunklart. Elemente wie der angesengte Lampion, das links oben angebrachte, sich rollende Papier – in der italienischen Renaissancemalerei als (allerdings beschriftetes) „cartiglio“ bekannt – oder die Lupe, die an die Tradition der über den Tisch ragenden Messer in klassischen Stillleben erinnert, erhöhen die geheimnisvolle Wirkung noch. Das Gemälde wurde 1937 bei der Aktion „Entartete Kunst“ in der Nationalgalerie beschlagnahmt, aber nachträglich wieder von der Liste gestrichen. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger