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Bäuerin in Märzlandschaft

Ident. Nr.: A IV 269

ObjID: obj:963837

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Curt Querner (1904 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1933
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bäuerin in Märzlandschaft
Übersetzung: Farmer Woman in the Landscape in March
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 103 x 72 cm
Erwerbung
1971 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Eine hochschwangere junge Bäuerin steht auf dem gepflügten Acker. Das Motiv ist von mythischer Wucht, aber mit härtestem Realismus und zugleich größter Empathie dargestellt, die sich querstellt zu ideologischen Vereinnahmungen jeglicher Couleur: Das Bild entspricht weder linkem Arbeiter-und-Bauern-Pathos noch rechten Blut-und-Boden-Fantasien. 1930 hatte Querner die Dresdner Kunstakademie verlassen, um als freischaffender Künstler tätig zu werden. Um zu leben, war er (bis 1932) gezwungen, als Hausierer zu Fuß durch die erzgebirgischen Dörfer zu ziehen und selbstgedrehte Seile an Bauern zu verkaufen, eine bittere Erfahrung, die wesentlich für sein Verständnis ländlicher Arbeit wurde. 1933, im Jahr der Machtübernahme der Nationalsozialisten, heiratete er Regina Dodel (1912–1999; vgl. „Demonstration“, A IV 78). „Fest steht eins“, schrieb Querner 1938 in sein Tagebuch: „Die Erlebnisse des Jahres 1932, vorwiegend der Zusammenbruch des politischen Denkens, das Wachwerden aus der Massensuggestion, brachten die erste entscheidende Änderung mit sich. Die Schwangerschaft von Gina, das Vaterwerden ebenfalls. Das Jahr 1933 lenkte das Auge auf das bäuerliche Leben hin und setzte gleichzeitig den Abschluß unter die besten Bilder, die ich gemalt habe“ (Curt Querner, Tag der starken Farben. Aus den Tagebüchern 1937 bis 1976, Dresden 1996, S. 22). Das Modell war ihm offenkundig seine junge Frau Regina, die zum dargestellten herbstlichen Zeitpunkt allerdings noch nicht im wiedergegebenen Maße schwanger war; die Tochter Yvonne wurde erst im Dezember geboren. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz