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Porträt Hans Bertram

Ident. Nr.: B III 188

ObjID: obj:963840

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ruthild Hahne (1910 - 2001),
Künstler*in
Datierung
1939 (Guss 1979/1980)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Hans Bertram
Übersetzung: Portrait of Hans Bertram
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1979
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 43 cm
Erwerbung
1979 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Hahne absolvierte zunächst eine Ausbildung zur orthopädischen Turnlehrerin und wirkte seit 1930 als Ausdruckstänzerin an Aufführungen der kommunistischen Roten Tänzer mit. Ab 1936 studierte sie Bildhauerei an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin, zunächst bei Arno Breker, danach bei Wilhelm Gerstel, dessen Meisterschülerin sie wurde. 1941 erhielt sie das begehrte Italien-Stipendium an der Villa Massimo in Rom. Noch während ihres Studiums hatte sie 1939 ein Porträt ihres Kommilitonen Hans Bertram (Lebensdaten unbekannt) geschaffen. Es ist ein aus der genauen Beobachtung heraus entwickeltes Bildnis, in dem die Gesichtszüge des jungen Mannes charakteristisch und ohne Idealisierung herausgearbeitet sind. Hahne bevorzugte in dieser Zeit Porträts, meist von Kindern, und Frauenakte als Sujets. Generell jedoch waren damals ihre künstlerischen Möglichkeiten begrenzt. Schon in der Weimarer Republik hatte sie der Arbeiterbewegung und der KPD nahegestanden. Während der NS-Zeit engagierte sie sich in der Widerstandsgruppe Rote Kapelle, wofür sie im Herbst 1942 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt wurde; im Februar 1945 konnte sie in die Sowjetunion fliehen. Von dort kehrte sie nach dem Ende des Krieges nach Berlin zurück und wurde in der DDR zu einer gefragten Bildhauerin. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz