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Heimsuchung

Ident. Nr.: A II 422

ObjID: obj:963865

Details (Expert)

Beteiligte
Johann David Passavant (1787 - 1861),
Maler*in
Datierung
um 1820
Provenienz
Kunsthandlung Hugo Perls, Berlin,
6.8.1924
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 80,8 x 58 cm (ohne Leisten; 13.09.2021; KM)
Erwerbung
1924 Ankauf von der Kunsthandlung Hugo Perls, Berlin

Objektbeschreibung

Schon frühzeitig empfing Johann David Passavant künstlerische Anregungen, er sammelte Kupferstiche und nahm Zeichenunterricht. Mit Franz Pforr verband ihn seit Kindheitstagen eine enge Freundschaft. Nach einer Lehre in Paris bei Jacques-Louis David und Antoine-Jean Gros zog er 1817 für sieben Jahre nach Rom. Dort studierte er die italienischen Meister und schloß sich dem Kreis der Nazarener an. Mit seiner 1820 erschienenen Schrift »Ansichten über die bildenden Künste« setzte er sich für deren Kunstanschauungen ein. Unter dem Einfluß Carl Friedrich von Rumohrs und Johann Friedrich Böhmers entwickelte sich Passavant in Italien vom Künstler zum Gelehrten. 1824 kehrte er nach Frankfurt zurück und begann seine Forschungen zu Raffael, die ihn in den folgenden zehn Jahren beanspruchten. 1840 wurde er Direktor des Städelschen Kunstinstituts.
In den ersten Jahren seines Romaufenthaltes schuf Passavant einige nazarenisch geprägte, stark umrißbetonte, etwas steif wirkende Gemälde, darunter die »Heimsuchung« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 422). Dargestellt ist die im Lukasevangelium beschriebene Begegnung der beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth (Lk 1, 39–55). Der Bibeltext ist in den gerahmten Wandfeldern der Mauerbrüstung zu lesen. Darüber ein von Säulen getragener Rundbogen, der Ausblick in eine bergige Landschaft gewährt. Das ebenfalls in Passavants römischen Jahren gemalte formatgleiche Werk »Jesus mit der Samariterin« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 421) ist jener Szene im Johannesevangelium gewidmet, in der Jesus am Jakobsbrunnen bei Sichar in Samarien eine Einheimische traf (Joh 4, 1–43). Die Begegnung hatte zur Folge, daß die Samariterin fortan dem Christentum anhing und schließlich für ihren Glauben als Märtyrerin starb. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

E-Mail:

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Edward T. Pearson

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Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz