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Verzweifelter. In Erinnerung an den 13. Februar 1945 in Dresden (Der Tod von Dresden)

Ident. Nr.: B III 47

ObjID: obj:963867

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Details (Expert)

Beteiligte
Wieland Förster (1930 ),
Künstler*in
Datierung
1967
Weitere Titel
Sammlungstitel: Verzweifelter. In Erinnerung an den 13. Februar 1945 in Dresden (Der Tod von Dresden)
Übersetzung: In Despair. In Memory of the 13th February 1945 in Dresden (Death in Dresden)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 50 x 92 x 35 cm
Erwerbung
1968 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Förster hatte als 15-Jähriger den Luftangriff der Alliierten auf Dresden am 13. Februar 1945 unmittelbar miterlebt. „Diese Zeit um 1945 brachte die erste grauenhafte Begegnung mit dem Tode, dem Massenmord – die Bilder sind unauslöschbar. [...] Noch zu jung, um das alles begreifen zu können, jedoch nicht mehr zu jung, um den Verlust eines eben erst beginnenden Lebens nicht mit Entsetzen zu spüren“, erinnerte sich Förster 1976 (Henry Schumann, Ateliergespräche, Leipzig 1976, S. 65). In der von extremer Spannung erfüllten Figur des „Verzweifelten“ wird die existenzielle Dimension des furchtbaren Geschehens spürbar. Die kreatürlich zusammengeballte Körperlichkeit und die abwehrende Gebärde werden zu einem expressiven Sinnbild menschlicher Schreckenserfahrung. Diese knapp unterlebensgroße Figur des Hockenden, „der, als Jeremias konzipiert, mit einem ausgestreckten Arm auf die brennende Stadt weist, indes die andere Hand den Schrei tiefster Verzweiflung in den Mund zurückpreßt“, empfand Förster selber „später als zu literarisch“ (Wieland Förster, Im Atelier abgefragt, München 2005, S. 88). Der Gedanke, an das Alte Testament anzuknüpfen, zeugt von der Größenordnung der Zerstörung Dresdens in Försters Wahrnehmung. Denn Jeremias prophezeite den Untergang Jerusalems, wie er durch die Babylonier unter Nebukadnezar II. eintreten sollte (Jer. 21-22 und 39), dann zur Zerstörung des Ersten Tempels und zum 70-jährigen babylonischen Exil führte. Dieser Arbeit Försters vorausgegangen war ein „Kleiner männlicher Torso – 13. Februar 1945“ (1967; Staatliche Kunstsammlungen Dresden). | Fritz Jacobi

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz