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Gefangene Tiere

Ident. Nr.: A IV 101

ObjID: obj:963900

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Grundig (1901 - 1958),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1937
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gefangene Tiere
Übersetzung: Captured Animals
Provenienz
Dr. Ing. E. Raßmann, Dresden,
1966
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 65 x 88,5 cm
Erwerbung
1966 Ankauf aus Privatbesitz, Berlin

Objektbeschreibung

Als bekennender Kommunist hatte Grundig Mitte der 1930er-Jahre die Gewalt der NS-Schergen bereits am eigenen Leib erfahren müssen. Dem begegnete der Künstler mittels einer ausgefeilten Symbolik, die sich allgemeinverständlicher Charakteristika von Tieren bedient. So hetzen in seinem Gemälde „Gefangene Tiere“ zwei aggressive Hunde ein verängstigtes Pferd im Kreis. Die Tiere sind von einer runden Mauer eingeschlossen, durch die es offensichtlich keinen Ausweg gibt. Für Grundig, so schrieb seine Ehefrau Lea später, verkörperten die feinfühligen, stolzen Pferde das Volk, während er die sklavischen Hunde als willfährige und freudige Vollstrecker höherer Befehle betrachtete (vgl. Lea Grundig, Gesichte und Geschichte, 1959, Dresden 1964, 5. Aufl., S. 149 f.). Das Gemälde gehört zu einer ganzen Serie von Arbeiten, vornehmlich Grafiken, in denen Grundig wie in Tierfabeln Fragen nach der Verhältnismäßigkeit von „rassen-“ oder parteipolitischer Verfolgung, nach Widerstand, Leben und Tod, aber auch nach dem Alltag unter dem NS-Regime behandelt hat. Dabei nutzte er fantastische, visionäre Elemente in seinen Werken jener Zeit weniger, um Botschaften zu verschlüsseln, als dazu, sie in einer reichen Bildsprache mit scharfem, realistischem Blick auf die Wirklichkeit zuzuspitzen (vgl. ebd., S. 150). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans