Rausch II (Rote und grüne Akte)
Ident. Nr.: NG 36/66
ObjID: obj:963903
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1912
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Rausch II (Rote und grüne Akte)Übersetzung: Intoxication (Red and Green Nudes)
- Provenienz
- Nachlass Moritz Melzer,
1966 - Material / Technik
- Öl auf Papier auf Pappe
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 89 x 130 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963903
Objektbeschreibung
Nachdem er bereits sieben Jahre als Porzellan- und Keramikmaler gearbeitet hatte, studierte Melzer von 1903 bis 1908 an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar. Dort war insbesondere Ludwig von Hofmann mit seinen idyllisch-arkadischen Bildkompositionen von großem Einfluss. 1908 wechselte Melzer nach Berlin, schloss sich expressionistischen Künstlerkreisen an und gründete 1910 mit Georg Tappert und anderen die Neue Secession. Besonderes Ansehen erwarb er sich mit einer neuen Technik, die Grafik und Malerei miteinander verband: der großformatigen Farbmonotypie. Auch bei „Rausch II“ malte der Künstler das Motiv zuerst mit Öl auf Linoleum, unter Aussparung der beleuchteten Partien. Anschließend wurde mit der Platte das auf einen festen Träger geklebte Papier bedruckt und schließlich das Resultat malerisch überarbeitet. Melzer bezeichnete diese Praxis als „indirektes Malverfahren“ (zit. nach Hermann Voss, Die erste internationale graphische Kunstausstellung in Leipzig 1914, in: Die Graphischen Künste, 38. Jg. [1915], S. 38). Charakteristisch für jene Phase in Melzers Schaffen sind die weich gebogenen und überlängten Körper in expressiven Farben. In „Rausch II“ umschlingen sie sich in sinnlicher Ekstase. Die Figuren befinden sich in einer Art erotischem Taumel, ihre wogende Dynamik erinnert an den Schwung vielfiguriger Kompositionen des Barocks. Möglicherweise kommen darin Eindrücke zum Tragen, die Melzer im Pariser Louvre empfangen hatte, denn ab Mai 1912 lebte er für eineinhalb Jahre in der französischen Kunstmetropole. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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