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Bildnis Richard Wagner

Ident. Nr.: F.V. 304

ObjID: obj:963910

Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Adolf Wamper (1901 - 1977),
Künstler*in
Datierung
1935
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 28 x 33 cm
Erwerbung
Seit 2011 Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland

Objektbeschreibung

Im Zuge der repräsentativen Umgestaltung des Deutschen Opernhauses in Berlin-Charlottenburg, das seit 1934 dem Propagandaministerium unterstellt war, schuf Wamper neben einer Deckengestaltung für das Foyer zwei Büsten von Komponisten, die von den Nationalsozialisten vereinnahmt wurden: Ludwig van Beethoven und Richard Wagner. Für diesen seinen ersten großen Auftrag zog Wamper im Mai 1935 nach Berlin. Zuvor hatte er bei Bernhard Halbreiter und August von Brandis an der Technischen Hochschule in Aachen, später bei Richard Langer an der Kunstakademie Düsseldorf studiert, an der er als Meisterschüler zwei weitere Jahre verblieb. Laut Mitgliedskarte trat Wamper 1933 in Düsseldorf der NSDAP bei. Waren seine Arbeiten anfangs durch das Werk Wilhelm Lehmbrucks, Bernhard Hoetgers und nach einer Paris-Reise auch Émile-Antoine Bourdelles geprägt, so wurde seine Plastik nun zunehmend monumentaler. Im Berlin der 1930er-Jahre freundete er sich mit Josef Thorak und Arno Breker an und wurde für staatliche Bauvorhaben engagiert; in München war er vier Mal auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ vertreten. Noch im August 1944 veranlasste Adolf Hitler die Aufnahme von Wampers Namen in die „Gottbegnadeten-Liste“ der nach Hitlers Ansicht wichtigsten bildenden Künstler (Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 644.). Trotz seiner offensichtlichen Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus wurde Wamper nach dem Ende des Krieges als entlastet eingestuft. Nach einem Entnazifizierungsverfahren lehrte er von 1948 bis 1970 Bildhauerei an der Folkwangschule in Essen und schuf zudem Plastiken für den öffentlichen Raum. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz