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Luther, die Bibel übersetzend

Ident. Nr.: A I 61

ObjID: obj:963923

Details (Expert)

Beteiligte
Gustav Adolph Spangenberg (1828 - 1891),
Maler*in
Datierung
1870
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 189,5 x 252 cm
Erwerbung
1870 Ankauf beim Künstler nach Bestellung

Objektbeschreibung

Vor dem Hintergrund der Reichsgründung und der Suche nach einer eigenen nationalen Identität wurde im 19. Jahrhundert vielfach die altdeutsche Geschichte bemüht: Der Reformationszeit, und mit ihr Martin Luther, kam dabei seit dem Reformationsjubiläum im Jahre 1817 eine große nationale Bedeutung zu. Der Maler Gustav Spangenberg, der als Künstler Dürer und Holbein besonders verehrte, wandte sich um die Mitte der 1860er Jahre in einer Reihe von Bildern dem Leben und Schaffen des »protestantischen Helden« zu (Hans Preuß, Lutherbildnisse, Leipzig 1913, S. 18). Das auf Bestellung der Landeskunstkommission entstandene, großformatige Gemälde »Luther, die Bibel übersetzend« von 1870 zeigt den Reformator in seinem Arbeitszimmer in Wittenberg, umgeben von Gelehrten, die ihn bei der Übersetzung des Alten Testaments beraten. Links neben Luther sitzt Johannes Bugenhagen, daneben ein mit Luther lebhaft diskutierender Rabbi, sodann Justus Jonas im schwarzen Talar. Hinter Luther stehen Philipp Melanchthon und Georg Rörer; in der Nische am Fenster ist ein hebräischer Gelehrter in einen Folianten vertieft, ihm zugewandt ist, eine Feder in der Hand, Johannes Mathesius zu sehen, dessen Berichte Spangenberg als Textquelle gedient haben mögen (vgl. Beschreibendes Verzeichniss der Kunstwerke in der königlichen National-Galerie, Berlin 1876, S. 207). Vielfach ausgestellt und reproduziert, prägten Spangenbergs Lutherdarstellungen weit über das Lutherjahr 1883 hinaus das idealisierte Bild des Reformators als »friedlichen Generalsuperintendenten, Vertreter einer milden Vermittlungstheologie und treusorgenden Hausvater« (H. Preuß, ebd., S. 18). | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Knabe am Schreibtisch

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Läuferin

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Der aus Riga stammende Starck begann sein Studium in Stuttgart und wechselte 1887 an die Berliner Hochschule für die bildenden Künste. Dort studierte er bei Albert Wolff, Fritz Schaper und Ernst Herter, von 1891 bis 1898 war er Meisterschüler von Reinhold Begas. Sein 1891 entstandener „Flötenspieler“ weist noch letzte Wurzeln im Neobarock auf, ehe sich der Bildhauer verstärkt einer neoklassizistischen Formensprache zuwandte, wie sie in seiner Bronze „Träumerei“ (1898, B I 129) oder auch in der polychrom gefassten Marmorarbeit „Die Quelle“ (1903, B I 200) zu beobachten ist. Die kleinformatige Statuette einer antikisierend gestalteten Läuferin im weiten Ausfallschritt und mit erhobenem rechten Arm wurde 1928 vom Kultusminister für die Nationalgalerie angekauft. In Starcks handschriftlichem Werkverzeichnis (NL Starck, vgl. Sabine Hannesen, Der Bildhauer Constantin Starck (1866–1939). Leben und Werk, Frankfurt am Main 1991, Kat. Nr. 154) lautet der Titel „Läuferin“; in anderer Literatur werden auch „Im Ziel“, „Am Ziel“ oder „Durchs Ziel“ genannt. Der Originalgips befindet sich im Besitz der Erben des Künstlers in Berlin. Nicht zuletzt durch die Statuetten der Bildhauerin René Sintenis (vgl. etwa „Der Läufer Nurmi“, B I 463) erfreuten sich in der Weimarer Republik Darstellungen von Sportlern zunehmend großer Beliebtheit. Starck betrieb häufig Studien auf Sportplätzen, die er mehrfach in entsprechende Motive umsetzte und teilweise lebensgroß ausführte: Golfspielerinnen, Tennisspielerinnen und andere, von denen manche auch in kleinformatigen Wiederholungen angeboten wurden. Vom vorliegenden Motiv ist keine großformatige Version bekannt. | Yvette Deseyve und Bernhard Maaz