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Die Mutter der Künstlerin

Ident. Nr.: A IV 607

ObjID: obj:963965

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Charlotte E. Pauly (1886 - 1981),
Künstler*in
Datierung
vor 1945
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Mutter der Künstlerin
Übersetzung: The Artist's Mother
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1981
Nachlass/Vermächtnis: Gabriele von Dewitz, Marienthal,
1981–31.12.1981
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Erwerbung
1981 Schenkung an das Kupferstichkabinett aus dem Nachlass der Künstlerin. 1989 an die Nationalgalerie überwiesen.

Objektbeschreibung

Nach ihrem Spanienaufenthalt lebte Pauly von Herbst 1929 bis zum Frühjahr 1932 mit Unterbrechungen in Portugal und trat dann ihre letzte große Reise an, die sie über Griechenland bis nach Syrien, Persien und zum Kaukasus führte. Ende des Jahres 1932 kehrte sie nach Deutschland zurück. Zwar konnte die Künstlerin noch 1933 eine erfolgreiche Ausstellung in Breslau verzeichnen, doch bald darauf wurde sie vom nationalsozialistischen Regime wegen „Zigeunermalerei“ als „entartet“ eingestuft und mit einem Ausstellungsverbot belegt. Infolgedessen wandte sie sich verstärkt der heimatlichen Landschaft zu sowie Porträts von Menschen ihrer Umgebung. Die Entstehung des Bildnisses ihrer Mutter, Marie Pauly (Lebensdaten unbekannt), fällt in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Seit 1935 wohnte die Malerin im niederschlesischen Agnetendorf, wo sie sich 1940 mit Gerhart Hauptmann anfreundete. Ein Jahr nach Kriegsende begleitete sie den Leichnam des verstorbenen Dichters in einem Sonderzug aus dem nun polnischen Ort in die sowjetische Besatzungszone und ließ sich im Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshagen nieder. Einige ihrer Werke konnte Pauly mitnehmen, so auch das am mittigen unteren Bildrand mit „Meine Mutter“ bezeichnete Gemälde. Nach dem Tod der Künstlerin, 1981, gelangte es als Schenkung von Paulys Nichte Gabriele von Dewitz zunächst in das Kupferstichkabinett und wurde schließlich 1989 an die Nationalgalerie (Ost) überwiesen. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz