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Straße in Berlin

Ident. Nr.: A IV 615

ObjID: obj:963985

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Robert Liebknecht (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Straße in Berlin
Übersetzung: Berlin Street
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1985
Ministerium für Kultur der DDR, Abteilung Bildende Kunst, Berlin,
1985–1989
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 50,5 x 72 cm
Erwerbung
1985 Ankauf des Ministeriums für Kultur mit Mitteln des Kulturfonds der DDR und 1989 der Nationalgalerie übergeben.

Objektbeschreibung

Bis zu seiner Emigration nach Paris im Frühjahr 1933 malte Liebknecht, der seit 1931 in Berlin-Wedding wohnte, etliche Bilder von den charakteristischen Gründerzeitstraßen, mit und ohne Passanten. Die Darstellungen zeugen vom Sinn für die atmosphärischen und farbigen Reize der Stadtlandschaft. Fast immer spielt der bewölkte, auch oft gerötete Himmel eine wichtige Rolle, dessen Glanz sich hier auf dem Asphalt spiegelt. Liebknecht stand damit in der Tradition der Berliner Maler Lesser Ury und Franz Skarbina. Auch der mehrmonatige Studienaufenthalt in Paris 1926/1927 und die Kenntnis der Bilder der französischen Impressionisten machten sich bemerkbar. Doch werden die wenig später im Pariser Exil entstandenen Straßenansichten merklich heller und heiterer. Die Berliner Straßenbilder sind unter ähnlichen und wechselnden Titeln publiziert worden, sodass Listen früherer Ausstellungen hier nicht eindeutig sind und sich die jeweils gezeigten Werke kaum identifizieren lassen. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz