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Amazonen

Ident. Nr.: NG 20/82

ObjID: obj:963998

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alfred Lörcher (1875 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1945-1948
Weitere Titel
Sammlungstitel: Amazonen
Übersetzung: Amazons
Provenienz
Nachlass des Künstlers,
1962–1982
Material / Technik
Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36,5 x 42 x 4 cm
Erwerbung
1982 Geschenk von Wolf Donndorf, Stuttgart, aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Nachdem der Stuttgarter Bildhauer Lörcher zunächst vorwiegend kubisch vereinfachte, in sich ruhende Frauenfiguren geschaffen hatte, wandte er sich ab 1945 insbesondere der Darstellung von Gruppen und Massen in der Kleinplastik und dem Relief zu. In seiner Werkgruppe der Läufer- und Reiterreliefs untersuchte der Künstler die dynamische Vervielfältigung der Figur im Raum. Des Themas der Amazonen, der reitenden Kriegerinnen aus der griechischen Mythologie, hat sich Lörcher immer wieder angenommen. Die in der Nationalgalerie befindliche Atelierfassung aus Gips zeigt eine frühe Version des Motivs und hält den Moment des Aufbruchs des Amazonenheeres fest. Auf dem geglätteten Reliefgrund gruppieren sich die plastisch hervortretenden Reiterinnen in asymmetrischer Ausdehnung um eine stehende Leitfigur, die mit ihrem ausgestreckten Arm die Richtung nach links weist. Die Visualisierung von Bewegung erreichte Lörcher, indem er die immergleichen Figurentypen – das Pferd mit aufsitzender Reiterin und die neben dem Tier stehende Kriegerin – hintereinander staffelte und teilweise einander überlappen ließ. Seine Wiederholung der statischen Figuren im Profil erweckt den Eindruck, dass die Amazonen in die Weite der leeren linken Bildfläche aufbrechen. Diese Spannung zwischen engmaschigem Figurennetz und leerem Bildraum erzeugt eine Rhythmisierung, die ein abstrahierendes Moment in Lörchers Umsetzung des Amazonenmotivs erkennen lässt. Ausgehend von der Überzeugung, dass eine naturalistische Darstellung in der Plastik nur begrenzt möglich sei, war für Lörcher die Vereinfachung der Form in seinem bildhauerischen Schaffen maßgeblich. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz