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Gebirgslandschaft bei Civitella

Ident. Nr.: A III 574

ObjID: obj:964014

Details (Expert)

Beteiligte
Friedrich Carl Hausmann (1825 - 1886),
Maler*in
Datierung
1854
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Witwe des Künstlers, Berlin,
10.3.1886–17.4.1888
Abmessungen
Höhe x Breite: 37,5 x 53,5 cm
Erwerbung
1888 Ankauf von der Witwe des Künstlers aus der Nachlaßausstellung der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

1854 reiste Friedrich Carl Hausmann für mehrere Monate nach Italien, in Rom schloß er sich dem deutschen Künstlerverein an. Von seiner originellen Sicht auf Land und Leute zeugen auf den Tag datierte Studien. Am 15. September 1854 entstand »Gebirgslandschaft bei Civitella« mit einer trüben grün-blau-braunen Farbigkeit und mit auffälliger Betonung der gegeneinander schwingenden Kurven. Hausmann wählte kein gängiges Motiv der Vedutenmaler, er malte einige Hütten am Weg in unwirtlicher, baumloser Höhenlage. Die Studie »Der Felsenhang bei Civitella« der Nationalgalerie vom selben Tag ist Kriegsverlust. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

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Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Der Watzmann

Der Watzmann

»Vom Prof. Friedrich ist noch eine recht schöne große Landschaft hier«, schrieb das Literarische Conversations-Blatt anlässlich der Dresdner Akademieausstellung 1825, »eine einsame Gebirgsgegend. Trefflich sind die verschiedenen Tinten der höhern Bergregionen dargestellt: vorn, zwischen den sich thürmenden Basaltblöcken, drängen sich noch Gras und Bäumchen hervor, höher hinauf ziehen sich Nebel um die öden Bergrücken, ganz oben schimmern die Felsenstirnen, mit ewigem Schnee bedeckt, in ungetrübter Klarheit. Die völlige Einsamkeit hat hier etwas Schauerliches, man sehnt sich danach, wenigstens einen Adler oder eine Gemse zu erblicken: vergebens, kein Leben wohnt hier, als das der Luft und des Lichts, jeder Pulsschlag des Gefühls stockt in dieser Höhe!« (zit. nach: Literarisches Conversations-Blatt 1825, S. 888; auch zit. in: H. Börsch-Supan und K. W. Jähnig, Caspar David Friedrich, München 1973, S. 106). Caspar David Friedrich war nie in den Alpen, dennoch malte er mehrere Ansichten dieses Gebirges. Für die Komposition seines Gemäldes »Der Watzmann« nutzte er verschiedene Vorlagen. Zentral war für ihn eine Aquarellstudie der Gipfelpartie, die sein Schüler Johann August Heinrich vor Ort festgehalten hatte (Nationalmuseum Oslo). Zudem verwendete er eigene Skizzen seiner Reise durch den Harz. Dem Motiv des Felsens in der Mitte des Vordergrundes liegen Zeichnungen des Trudensteins am Hohnekopf in der Nähe des Brockens vom 28. Juni 1811 zugrunde (Standort unbekannt). Bereits 1824 hatte Friedrich eine großformatige Alpenlandschaft in Dresden präsentiert. Auf dem Bild war ein Blick zum Mont Blanc dargestellt (»Hochgebirge«, Öl auf Leinwand, 131 x 167 cm, ehemals Nationalgalerie Berlin, Kriegsverlust). Wie beim »Watzmann« diente auch hier eine fremde Zeichnung als Vorlage, in diesem Fall ein Blatt von Carl Gustav Carus. Friedrich malte seinen »Watzmann« wohl in Reaktion auf das denselben Gipfel zeigende, 1824 in Dresden ausgestellte Werk des 23-jährigen Ludwig Richter (Neue Pinakothek, München). Detailreiche, erzählerische Darstellungen wie diese lehnte er ab.          In Friedrichs Bild erscheint der in hellem Licht strahlende die Größe und das Unermessliche der Natur verkörpernde Gletscherberg fern und entrückt, wie ein Symbol göttlicher Majestät. Zarte Dünste schweben vor den darunter liegenden Bergrücken des Archenkopfes und des Grünsteins. Subtil hat Friedrich die dort zwischen Grün und Violett changierenden Farbtöne wiedergegeben. Kein lebendiges Wesen ist in der Einsamkeit dieser Hochgebirgslandschaft zu erkennen. Die pyramidale Komposition gipfelt im leuchtenden Weiß des ewigen Eises, eine Bildidee, die Friedrich schon zwei Jahre zuvor in seinem berühmten Gemälde »Das Eismeer« (Hamburger Kunsthalle) entwickelt hatte. Eberhard Hanfstaengl, der den »Watzmann« für die Berliner Nationalgalerie erwarb, bewunderte Friedrichs »bildnerische und dichterische Kraft [...], mit der er eigenes und fremdes Naturbild in eine phantasievoll gesteigerte Form bringt, die alles Vedutenhafte verliert und zu einem Inbegriff der Gebirgsdarstellung wird« (E. Hanfstaengl, Vier neue Bilder von Caspar David Friedrich, in: Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen, Bd. 58, 1937, S. 223). | Birgit Verwiebe

Meeresküste mit Schiffer und Booten

Meeresküste mit Schiffer und Booten

1887 reiste Friedrich Preller mit seinen Schülern von der Dresdner Akademie an die Ostsee, besuchte erstmals die Insel Rügen und die Malerkolonie auf der Insel Vilm. Doch auch wenn Preller, berühmt für seine Bilder südlicher, meist italienischer Landschaften, bis 1899 fast jährlich nach Vilm reiste und dort Studien anfertigte, erschloß sich ihm die Ostseeregion nur schwer. »Es ging mir«, schrieb er an die befreundete Frau von Holstein am 6. November 1887, »wie es Jedem geht, der sich eine bestimmte Vorstellung macht und Alles total anders findet. […] In mir lebte die Vorstellung des Landes wie es mein Vater gemalt hat: rauschendes Meer und Hühnengräber mit 1000 jährigen Eichen, und ich fand eine Natur zwar fein und reizvoll, aber gänzlich charakterlos und was noch schlimmer ist: physiognomielos. […] Das Rügen meines Vaters ist das Phantasiegebilde eines großen Künstlers, den diese Natur nicht eigentlich anregte, sondern der seinen Geist in die Natur hineinlegte. Nun will ich versuchen, ob ich diesem mir neuen Lande auch eine Seite abgewinnen kann« (Tagebücher des Künstlers, München 1904, S. 252).Nach den Studien auf Rügen sind nur wenige Bilder entstanden. Eines davon, über die Sammlung Dr. Georg August Freund in die Nationalgalerie gelangt, zeigt in gewittriger Stimmung einen Blick auf den bewegten Rügener Bodden. Im Vordergrund ist ein Fischer neben seinem Boot zu sehen, der Pfeife rauchend den Horizont beobachtet. Ein großer Fels ragt rechts von ihm wie ein urzeitlicher Findling aus dem Sand. – Vgl. die Abbildung der zugehörigen Studie in der Broschüre »Der Vilm, die Maler-Insel« von Toni Preller, der Ehefrau des Künstlers, aus dem Jahr 1906 (Blasewitz, Verlag Emil Boden, o. Pag.). | Regina Freyberger

Eifellandschaft bei Gewitter

Eifellandschaft bei Gewitter

Der als Historienmaler erfolgreiche Carl Friedrich Lessing hegte großes Interesse für die Landschaft. Im Gegensatz zu anderen Künstlern reiste er nicht nach Italien, stattdessen widmete er sich als Mitbegründer des Düsseldorfer Landschaftlichen Komponiervereins verschiedenen Gegenden in Deutschland. Waren die Landschaften zu Beginn seiner Laufbahn noch romantisch aufgefaßt, so trugen sie später realistische Züge.Von geologischen Interessen geleitet, durchwanderte Lessing mehrfach die Eifel, eine rauhe, von vorzeitlichem Vulkanismus geprägte Gebirgslandschaft. Hier trat ihm »die Natur in der reinen, gleichsam nackten Eigenthümlichkeit ihres Daseins entgegen« (F. von Uechtritz, Blicke in das Düsseldorfer Kunst- und Künstlerleben, Bd. 1, Düsseldorf 1839, S. 395). Im Ergebnis seiner sechs Reisen in die Eifel – die beiden letzten unternahm er 1871 und 1872 – entstanden mehrere weiträumige Landschaften. Eine frühe Eifellandschaft erwarb der Sammler Wagener (1834, ehemals Nationalgalerie, Kriegsverlust, heute Muzeum Narodowe w Warszawie). Lessing belebte seine Bilder oft mit Rittern und Burgen und – wie in »Burg in der Eifel« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 844) – auch mit Landsknechten und Waldarbeitern. Die späte großformatige Komposition »Eifellandschaft bei Gewitter« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 214) wird von dramatischem Wettergeschehen beherrscht. Zu sehen ist eine sommerliche Landschaft voller schroffer Felsen, durch die ein Gewitter zieht. Sonnenflecken und tiefdunkle Schatten geben spannungsreiche Kontraste. Ein Bauernpaar eilt einen Weg entlang in Richtung eines Dorfes, in dem ein Brand ausgebrochen ist, wohl ausgelöst durch das Gewitter. Das Gemälde war 1876, im Jahr der Eröffnung der Nationalgalerie, vom Künstler erworben worden. 1878 wurde es auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. | Birgit Verwiebe

Selbstbildnis

Selbstbildnis

Sabine, die Tochter des Berliner Porträt- und Historienmalers Gustav Graef, studierte, als sie dieses Selbstporträt malte, noch nicht lange im Schülerinnenatelier von Carl Gussow in Berlin. Zunächst hatte sie ein Musikstudium begonnen, das sie abbrach, da ihr als Frau der Besuch der Kompositionsklasse verwehrt war. In den bildenden Künsten boten seit kurzem etliche Künstler als Nebenverdienst Damenklassen an. Aber auch ihr Leben als Malerin, als Gattin des Malers Reinhold Lepsius sowie als Mittelpunkt eines Salons, in dem um 1900 unter anderem Georg Simmel, später der Dichter Stefan George verkehrten, blieb nicht von spezifischen Kränkungen frei. In diesem erstaunlich sicheren Selbstbildnis sehen wir die 21jährige Schülerin mit den Insignien der neu gewählten Profession, Pinsel und Palette. Aber sie ist nicht aktiv, die Augen sind fast geschlossen, der Kopf ist sinnend zur Seite geneigt. Es ist ein Moment der inneren Schau oder Inspiration dargestellt; eine Situation, die Arnold Böcklin zehn Jahre zuvor durch den geigenden Tod symbolisiert hatte (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 633). Es gibt überraschende Ähnlichkeiten zwischen der Haltung der Dargestellten und jener des Engels in Caravaggios »Evangelist Matthäus mit dem Engel« (um 1595/96, Gemäldegalerie, Berlin, Kriegsverlust). Dem Engel ist bei Darstellungen dieser Art eine inspirierende, gleichsam federführende Rolle zugeschrieben. Seine Verschmelzung mit dem Inspirierten selbst war ein sehr moderner Gedanke. Die Künstlerin also zeigt sich hier als »eine inspiriert-Inspirierende« (A. Dorgerloh, Das Künstlerehepaar Lepsius, Berlin 2003, S. 72). Sabine Graef malt sich in diesem Selbstbildnis vor einem neutralen Hintergrund, mit androgynen, vergeistigten Gesichtszügen, nicht aber im Malkittel, sondern in einem modisch anspruchsvollen Kleid, wie es ähnlich die Schauspielerin Sarah Bernhardt trug. Ein ganzes Lebensprogramm scheint in dem Bildnis Ausdruck gefunden zu haben. | Angelika Wesenberg

Altmännerhaus in Lübeck

Altmännerhaus in Lübeck

Gotthardt Kuehl, in München ausgebildet, dann lange Jahre (1879–1889) in Paris tätig, unterbrochen von Studienaufenthalten in Norddeutschland und den Niederlanden, später Mitglied der Münchner Secession, teilt vieles in seiner Entwicklung, auch Vorlieben in der Motivwahl, mit Max Liebermann und Fritz von Uhde. Kuehl bewunderte das von Liebermann 1881 in Paris ausgestellte Bild »Altmännerhaus in Amsterdam« (Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Berühmte Vorlagen für seine eigenen Darstellungen von Waisenhäusern und Altenstiften fand er in seiner Heimatstadt Lübeck. Aber Kuehls Arbeiten sind fester gebaut und bleiben dichter am Gegenstand. Der Kunstkritiker Karl Scheffler, Vertreter des Impressionismus, kreidete das dem Bild noch 1912 an: »Der starke farbige Effekt mag den Künstler beim Sehen zum Malen verlockt haben; diese Lust, etwas Seltenes zu geben, hat es dann nicht zur Harmonie kommen lassen« (Die Nationalgalerie zu Berlin, Berlin 1912, S. 222).Das Heilig-Geist-Hospital in Lübeck war ein schon im 13. Jahrhundert gegründetes Krankenhaus und Altersheim. Die Einrichtung, bis vor wenigen Jahrzehnten in Betrieb, ist noch heute zu besichtigen. Die Darstellung der im überdachten Mittelgang vor ihren Zimmern sitzenden Männer zeigt zudem Kuehls Vorliebe für lange, fluchtende Linien und schroffe Größenkontraste, und sie vermittelt auch Empathie: Man meint den gleichförmigen, gleichwohl geschützten Alltag dieser Menschen zu verstehen. | Angelika Wesenberg