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Theißüberschwemmung

Ident. Nr.: A I 1007

ObjID: obj:964023

Details (Expert)

Beteiligte
August Xaver Karl von Pettenkofen (1822 - 1889),
Maler*in
Datierung
1859
Provenienz
Serge von Derwies, St. Petersburg,
1904
Kunsthandlung H. O. Miethke, Wien,
29.6.1907
Abmessungen
Höhe x Breite: 18,5 x 27,3 cm
Erwerbung
1907 Ankauf von der Kunsthandlung H. O. Miethke, Wien

Objektbeschreibung

1852 reiste August von Pettenkofen das erste Mal nach Paris und lernte die Malerei der Schule von Barbizon kennen. Ihr Interesse am Atmosphärischen prägte sein Naturbild ähnlich stark wie das ungarische Dorf Szolnok und die weite, karge Landschaft der Puszta, die er ein Jahr zuvor für sich entdeckt hatte. Aus diesem neuen Naturverständnis heraus entstand in den folgenden Jahren eine Reihe schlichter Landschaften mit auffallend niedriger Horizontlinie, zu der das Bild »Theißüberschwemmung« von 1859 zählt. Am seichten Ufer des Flusses stehen drei Pferde und ein Fohlen; die Silhouetten dreier Ziehbrunnen zeichnen sich gegen den wolkigen Himmel ab, der sich im stillen Wasser spiegelt. Das 1904 aus der Sammlung Serge von Derwies in Sankt Petersburg versteigerte Bild gelangte 1907 aus der Wiener Kunsthandlung H. O. Miethke in die Nationalgalerie. Miethke hatte bereits 1890 die Versteigerung des Nachlasses von Pettenkofen im Wiener Künstlerhaus oblegen. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Stilleben mit Bierkrug und Früchten

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Die drei Stilleben, die Ludwig Eibl der Nationalgalerie vermachte, zeigen wie die gestifteten Porträts verschiedene Varianten seines Schaffens. Das Bild »Stilleben mit Blumenkohl« (Inv.-Nr. A II 275) ist der geringen Größe und dem schlichten Motiv nach als eine Ölstudie zu betrachten, die den Oberflächenstrukturen der dargestellten Zwiebeln, der Blumenkohlröschen und -blätter genau nachspürt.Das »Stilleben mit Bierkrug und Früchten« (Inv.-Nr. A II 280) zeigt ein durchdachtes Arrangement von Dingen in einem betont malerischen Vortrag in dunkler, brauntoniger Farbigkeit. Bierkrug, Tuch und Karten stehen hell vor dunklem Grund. Nicht nur Malweise und Farbgebung, auch die zusammengestellten Objekte – Tonpfeife, Nüsse, Schale mit Früchten, Krug und Spielkarten – und das intime Bildformat folgen holländischen Vorbildern des 17. Jahrhunderts. Der Bezug auf diese Vorbilder wurde von den Diez-Schülern wie im gesamten Leibl-Umkreis gepflegt. Die historistischen Züge und die stimmungsvolle Motivwahl führten zu publikumswirksamen Bildern, die leicht auch einen dekorativ-gefälligen Zug annehmen konnten. Das »Stilleben mit Schrank und Stuhl« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 276) ist das malerisch freieste unter den gestifteten Stilleben. Das Bild ist vielleicht wirklich als Vorstudie zu betrachten. Eine größere Variante mit Hund, einem Hut auf dem Stuhl und anderen Gefäßen auf dem offenen Schränkchen, bezeichnet und datiert 1874, ist als »Jagdstilleben« Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München. Eine weitere Version dieses häuslichen Arrangements, ebenfalls von 1874, befindet sich im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg. | Angelika Wesenberg

Märkische Landschaft

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Im Sommer 1880 lebten und arbeiteten die Malerfreunde Carl Schuch und Karl Hagemeister gemeinsam in Kähnsdorf bei Beelitz in der Mark Brandenburg. Hagemeister stammte aus dieser noch ganz unbekannten herben Landschaft, in die er den gebürtigen Wiener geladen hatte. Während Schuch, vom Stilleben herkommend, über die Einbeziehung von Architektur versuchte, sich den Formen der Landschaft zu nähern (vgl. Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 35), bedurfte Hagemeister keiner geraden Linie für seine große »Märkische Landschaft«. Sie ist übersichtlich gegliedert: der See im Vordergrund, die geschwungenen Uferstreifen in der Mitte und große Baumgruppen vor einem bewölkten Himmel im Hintergrund.In seinen Erinnerungen notierte Hagemeister über die Aufenthalte in der Mark Brandenburg, »hier begannen wir aus dem Ton zu malen im Sinne von Leibl und Courbet« (K. Hagemeister, Kleine Selbstbiographie, Werder 1928, Typoskript im Archiv des Bröhan-Museums, Berlin). Doch scheint auch Schefflers Hinweis auf die intime Naturauffassung der Malerschule von Barbizon, mit der sich Hagemeister während seiner Weimarer Lehrzeit beschäftigt hatte, sehr angebracht.1910 veröffentlichte Karl Scheffler in der Zeitschrift »Kunst und Künstler« eine erste Würdigung des Malers: »Hagemeister ist Prellerschüler. Nicht ein Schüler des Malers der Odyssee, sondern des Malers der Hünengräber, der Eichen im Sturm und der Seestücke; der Schüler eines Lehrers, der einsichtig genug war, dem jungen Märker nicht das Heroische aufzuzwingen, sondern ihn auf die organische Struktur der Landschaft und auf Bilder der Barbizonschule in der Meyerschen Sammlung in Dresden zu verweisen« (in: Kunst und Künstler, 8. Jg., 1910, S. 415–416).Fünfzehn Jahre vor Leistikows »Grunewaldsee« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 622) erfaßte Hagemeister die Schönheit märkischer Seen in diesem dunkeltonigen, groß aufgefaßten, auffallend ähnlich kurvenreichen Landschaftsbild. | Angelika Wesenberg

Der Watzmann

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»Vom Prof. Friedrich ist noch eine recht schöne große Landschaft hier«, schrieb das Literarische Conversations-Blatt anlässlich der Dresdner Akademieausstellung 1825, »eine einsame Gebirgsgegend. Trefflich sind die verschiedenen Tinten der höhern Bergregionen dargestellt: vorn, zwischen den sich thürmenden Basaltblöcken, drängen sich noch Gras und Bäumchen hervor, höher hinauf ziehen sich Nebel um die öden Bergrücken, ganz oben schimmern die Felsenstirnen, mit ewigem Schnee bedeckt, in ungetrübter Klarheit. Die völlige Einsamkeit hat hier etwas Schauerliches, man sehnt sich danach, wenigstens einen Adler oder eine Gemse zu erblicken: vergebens, kein Leben wohnt hier, als das der Luft und des Lichts, jeder Pulsschlag des Gefühls stockt in dieser Höhe!« (zit. nach: Literarisches Conversations-Blatt 1825, S. 888; auch zit. in: H. Börsch-Supan und K. W. Jähnig, Caspar David Friedrich, München 1973, S. 106). Caspar David Friedrich war nie in den Alpen, dennoch malte er mehrere Ansichten dieses Gebirges. Für die Komposition seines Gemäldes »Der Watzmann« nutzte er verschiedene Vorlagen. Zentral war für ihn eine Aquarellstudie der Gipfelpartie, die sein Schüler Johann August Heinrich vor Ort festgehalten hatte (Nationalmuseum Oslo). Zudem verwendete er eigene Skizzen seiner Reise durch den Harz. Dem Motiv des Felsens in der Mitte des Vordergrundes liegen Zeichnungen des Trudensteins am Hohnekopf in der Nähe des Brockens vom 28. Juni 1811 zugrunde (Standort unbekannt). Bereits 1824 hatte Friedrich eine großformatige Alpenlandschaft in Dresden präsentiert. Auf dem Bild war ein Blick zum Mont Blanc dargestellt (»Hochgebirge«, Öl auf Leinwand, 131 x 167 cm, ehemals Nationalgalerie Berlin, Kriegsverlust). Wie beim »Watzmann« diente auch hier eine fremde Zeichnung als Vorlage, in diesem Fall ein Blatt von Carl Gustav Carus. Friedrich malte seinen »Watzmann« wohl in Reaktion auf das denselben Gipfel zeigende, 1824 in Dresden ausgestellte Werk des 23-jährigen Ludwig Richter (Neue Pinakothek, München). Detailreiche, erzählerische Darstellungen wie diese lehnte er ab.          In Friedrichs Bild erscheint der in hellem Licht strahlende die Größe und das Unermessliche der Natur verkörpernde Gletscherberg fern und entrückt, wie ein Symbol göttlicher Majestät. Zarte Dünste schweben vor den darunter liegenden Bergrücken des Archenkopfes und des Grünsteins. Subtil hat Friedrich die dort zwischen Grün und Violett changierenden Farbtöne wiedergegeben. Kein lebendiges Wesen ist in der Einsamkeit dieser Hochgebirgslandschaft zu erkennen. Die pyramidale Komposition gipfelt im leuchtenden Weiß des ewigen Eises, eine Bildidee, die Friedrich schon zwei Jahre zuvor in seinem berühmten Gemälde »Das Eismeer« (Hamburger Kunsthalle) entwickelt hatte. Eberhard Hanfstaengl, der den »Watzmann« für die Berliner Nationalgalerie erwarb, bewunderte Friedrichs »bildnerische und dichterische Kraft [...], mit der er eigenes und fremdes Naturbild in eine phantasievoll gesteigerte Form bringt, die alles Vedutenhafte verliert und zu einem Inbegriff der Gebirgsdarstellung wird« (E. Hanfstaengl, Vier neue Bilder von Caspar David Friedrich, in: Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen, Bd. 58, 1937, S. 223). | Birgit Verwiebe

Meeresküste mit Schiffer und Booten

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1887 reiste Friedrich Preller mit seinen Schülern von der Dresdner Akademie an die Ostsee, besuchte erstmals die Insel Rügen und die Malerkolonie auf der Insel Vilm. Doch auch wenn Preller, berühmt für seine Bilder südlicher, meist italienischer Landschaften, bis 1899 fast jährlich nach Vilm reiste und dort Studien anfertigte, erschloß sich ihm die Ostseeregion nur schwer. »Es ging mir«, schrieb er an die befreundete Frau von Holstein am 6. November 1887, »wie es Jedem geht, der sich eine bestimmte Vorstellung macht und Alles total anders findet. […] In mir lebte die Vorstellung des Landes wie es mein Vater gemalt hat: rauschendes Meer und Hühnengräber mit 1000 jährigen Eichen, und ich fand eine Natur zwar fein und reizvoll, aber gänzlich charakterlos und was noch schlimmer ist: physiognomielos. […] Das Rügen meines Vaters ist das Phantasiegebilde eines großen Künstlers, den diese Natur nicht eigentlich anregte, sondern der seinen Geist in die Natur hineinlegte. Nun will ich versuchen, ob ich diesem mir neuen Lande auch eine Seite abgewinnen kann« (Tagebücher des Künstlers, München 1904, S. 252).Nach den Studien auf Rügen sind nur wenige Bilder entstanden. Eines davon, über die Sammlung Dr. Georg August Freund in die Nationalgalerie gelangt, zeigt in gewittriger Stimmung einen Blick auf den bewegten Rügener Bodden. Im Vordergrund ist ein Fischer neben seinem Boot zu sehen, der Pfeife rauchend den Horizont beobachtet. Ein großer Fels ragt rechts von ihm wie ein urzeitlicher Findling aus dem Sand. – Vgl. die Abbildung der zugehörigen Studie in der Broschüre »Der Vilm, die Maler-Insel« von Toni Preller, der Ehefrau des Künstlers, aus dem Jahr 1906 (Blasewitz, Verlag Emil Boden, o. Pag.). | Regina Freyberger