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Kleines Martyrium (Entwurf zu einem Mahnmal)

Ident. Nr.: B III 151

ObjID: obj:964025

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wieland Förster (1930 ),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1966
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kleines Martyrium (Entwurf zu einem Mahnmal)
Übersetzung: Martyrdom (model for a memorial)
Geografische Bezüge
Provenienz
Kunsthandlung Kühl, Dresden,
1974
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 93,5 x 26,5 x 27 cm
Erwerbung
1974 Ankauf von der Kunsthandlung Kühl, Dresden

Objektbeschreibung

„Martyrium“ (B III 151) und „Passion“ (B III 205) gehören zu einer Werkgruppe Försters, die um das Thema Leid und Schmerz kreist. Sie beziehen sich auf Krieg und Gewalt. Zahlreiche weitere Plastiken, Zeichnungen und Gemälde Försters zeigen ebenfalls Opfer von Gewalt oder Figuren in der Haltung von Gekreuzigten, dies mehr als Zeichen für Schmerz denn als religiöses Thema. Die männliche Figur der „Passion“ hält die Arme nicht wie am Kreuz, sondern der linke Arm hängt leblos herunter, der rechte fehlt, und der Kopf ist stark nach hinten geneigt. Es ist der Moment nach dem Ableben, da der Schmerz endgültig vorbei ist. Dieses Werk widmete Förster den ermordeten Mitgefangenen im Speziallager Bautzen, wo er von Dezember 1946 bis Januar 1950 interniert war. Das „Martyrium“ dagegen setzt sich aus mehreren Körper zusammen. Die Skulptur ähnelt in ihrer Form dem „Großen Martyrium – Den Opfern des Faschismus gewidmet“ (1977–1979; WVZ Mlekusch 191), mit dem er „die mechanisierte, massenhafte Ermordung des ohnehin entindividualisierten, numerierten [sic] Menschen“ erlebbar machen wollte: „Ich bemühte mich, die wichtigsten Formen so einzusetzen, daß das vereinzelte Nebeneinander der Leiber durch formale Verzahnung aufgehoben und zur austauschbaren Masse wurde, ganz im Sinne des gemeinsamen Schicksals.“ (Wieland Förster. Im Atelier abgefragt, hrsg. von der Skulpturensammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, München/Berlin 2005, S. 98) 1966 lehnte eine Jury der Akademie der Künste (Ost) „Martyrium“ für eine Ausstellung ab, „Passion“ dagegen wurde 1967 dort präsentiert und teils positiv, von offizieller Seite eher negativ rezipiert (Wieland Förster, „… weil aus dem Zweifel das Wachstum entsteht“. Aus den Tagebüchern von 1958 bis 1974, Archiv-Blätter 24, hrsg. von Eva Förster, Berlin 2018, S. 59, 61). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans