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Run-Run-Baby

Ident. Nr.: NG 2/71

ObjID: obj:964032

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Yona Lotan (1926 - 1998),
Künstler*in
Datierung
1970
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 77 x 98 cm
Erwerbung
1971 Schenkung des Künstlers anlässlich seiner Ausstellung in der Galerie Gisela Ammon, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Lotan emigrierte 1936 als Kind mit seiner Familie von Litauen nach Israel, wo er später eine militärische Laufbahn anstrebte. Nach einer Karriere als Ingenieur und Offizier in der israelischen Armee wandte er sich 1959 während einer persönlichen Krise der Malerei zu. Als Autodidakt experimentierte er mit einer breiten Palette von Medien und Stilen, die charakteristisch sind für sein Werk, und erweiterte sein Spektrum ab den 1970er-Jahren um Bronzen und Keramikskulpturen. Ein wiederkehrendes Motiv in seinen meist hochdynamischen Kompositionen sind städtische Szenen, die – geprägt von abstrakten, oftmals geometrischen Elementen und leuchtenden Farben – die Einsamkeit von Individuen inmitten geschäftigen Treibens einfangen. Das Gemälde „Run-Run-Baby“, das nach einem neunjährigen Aufenthalt in der Metropole Paris entstand, ist exemplarisch dafür. Die abstrakten, einander überlagernden Formen sind aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Die verschlungenen Muster, verzerrten Linien und lebendigen Farben – darunter Blau, Gelb, Rot, Grün und Braun – erzeugen eine pulsierende Atmosphäre, die auf die Komplexität und das Chaos des menschlichen Daseins verweist. | Catherine Nichols

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz