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Maisons et propriétaires

Ident. Nr.: NG 44/84

ObjID: obj:964037

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Zoltan Kemény (1907 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1944
Weitere Titel
Sammlungstitel: Maisons et propriétaires
Häuser und Besitzer
Übersetzung: Houses and Owners
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Madeleine Kemény, Zürich,
1984
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 95 x 74 cm
Erwerbung
1984 Schenkung von Madeleine Kemény, Zürich, aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Nach einer frühen Beschäftigung mit volkstümlicher Ölmalerei arbeitete Kemény zunächst als Schreiner, später als Innenarchitekt, Industriedesigner und Modezeichner, bevor er sich mit 36 Jahren erneut und endgültig der Kunst zuwandte. Er selbst teilte sein Schaffen in drei Phasen: „Malereien“ (1943–1946), „Relief-Collagen“ (1947–1953) und „Metallreliefs“ oder „Relief-Bilder“ (1953–1965). Seine frühen, pastos gemalten Ölgemälde sind der sogenannten Art brut von Jean Dubuffet verwandt, der wie Kemény erst spät zu malen begonnen hatte und seine Werke 1944 in Paris (wo Kemény mittlerweile lebte) erstmals ausstellte. Im folgenden Jahr lernten sich beide persönlich kennen. Die Idee einer rohen, ungeschlachten (französisch „brut“) Kunst, wie sie Dubuffet vertrat, hat Kemény in diesem Gemälde auch auf inhaltlicher Ebene verwirklicht: Vor den längs in einen hellen und einen dunklen Bereich geteilten Hintergrund setzte er ein hohes und ein kleines Haus mit jeweils einem großen und einem kleinen Besitzer in Beziehung – farblich wie formal ein ebenso einfaches wie gewitztes Spiel des Komplementären: Der kleine, sitzende Mann leuchtet im Dunkeln, während der dunkle Große sich gegen sein schmales Gebäude lehnt, welches selbst zu kippen scheint. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz