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Clown (Der leere Zirkus)

Ident. Nr.: A II 665

ObjID: obj:964161

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Magnus Zeller (1888 - 1972),
Künstler*in
Datierung
1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Clown (Der leere Zirkus)
Übersetzung: Clown (The Empty Circus)
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 77,5 x 58,5 cm
Erwerbung
1926 Ankauf durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Herbstausstellung der Berliner Secession für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Nach expressionistischen Anfängen wandte sich Zeller in den 1920er-Jahren der Neuen Sachlichkeit zu. Von 1921 bis 1924 unterrichtete er als Lehrer für Grafik an der Staatlichen Kunstschule Dorpat (heute Tartu in Estland), danach war er freischaffend tätig. In dieser Zeit entstand das vorliegende Gemälde. Soeben war in Deutschland der Höhepunkt der Hyperinflation überschritten. Vor diesem Hintergrund ist das Motiv des „Artisten“, der in heilig-komischem Stolz seinen Auftritt vor nahezu leeren Rängen absolviert, unschwer als bittere Parabel auf die Existenz des Künstlers zu erkennen. Der Reiz der Darstellung liegt dabei in dem Widerspruch zwischen der Dürftigkeit der Sensation – nur der Pudel bietet einen Gang auf den Hinterbeinen – und dem ekstatischen Pathos des Clowns, dessen Haltung mit dem cäsarenhaft in den Nacken geworfenen Haupt in keinem Verhältnis zu seinem Reittier steht: nicht etwa ein feuriges Ross, sondern ein Esel. Die Parallele zum Einzug Christi in Jerusalem als demütiger Friedensfürst steigert womöglich noch die Dissonanz, denn nicht das jubelnde Volk begrüßt den Erlöser mit geschwungenen Palmwedeln, sondern nur vier ausgelaugte Gestalten belauern mit höhnischem Grinsen den kunstlosen Ritt des Clowns. Allerdings entsprechen die Strenge der scharfen Zeichnung und der zwischen pompösem Rot und Gold und aschfahlen Grautönen austarierte Farbklang vollkommen der ganz in sich gefangenen Würde des Reiters und rechtfertigen sie auf höherer Ebene. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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