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Maximilian V. Graf von Preysing-Hohenaschau

Ident. Nr.: A I 915

ObjID: obj:964178

Details (Expert)

Beteiligte
Johann Georg Edlinger (1741 - 1819),
Maler*in
Datierung
1796
Systematik/Art
Provenienz
Kunsthandlung Hugo Helbing, München,
15.7.1906
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 120 x 96 cm
Erwerbung
1906 Ankauf von der Kunsthandlung Hugo Helbing, München, aus der Jahrhundertausstellung, Berlin

Objektbeschreibung

Ein Kupferstich von Joseph Rauschmayr (1799, ein Exemplar im Münchner Stadtmuseum) überliefert das Entstehungsdatum des Bildes – des aufwendigsten unter den drei Porträts, die Edlinger im Laufe von 25 Jahren von dem Grafen Preysing (1736–1827) malte. Es zeigt ihn mit dem Stern des bayerischen Georgsordens. Die anspruchsvolle Inszenierung – eine Dreiviertelfigur in elegant ausgestatteter Umgebung – ist bei Edlinger, der seine häufig älteren Modelle eher als ärmlich und seelisch bedrückt interpretiert, ungewöhnlich. Gleichwohl herrscht auch hier die für ihn charakteristische psychische Spannung, wozu der unruhige Farbvortrag das Seine beiträgt.
Im Entstehungsjahr des Bildes hatte der Graf, nach der Plünderung seines Gutes Haidhausen durch französische und österreichische Truppen, Geld und Lebensmittel unter das Volk verteilt. Im selben Jahr erhielt er den Auftrag, Bayern auf dem Rastatter Kongreß (1797–1799) zu vertreten (vgl. R. Schenk, Der Münchner Porträtmaler Johann Georg Edlinger, München 1983, S. 146).
Edlingers langsames Malen und die Vielzahl der Sitzungen, die er seinen Modellen abforderte, waren ebenso sprichwörtlich wie sein ›schmutziges‹ Kolorit. Vielleicht bezieht sich auf unser Bild eine Schilderung in Ludwig Emil Grimms »Erinnerungen aus meinem Leben« (Leipzig 1911, S. 128), die mit Edlingers erstem Preysing-Bildnis in Verbindung gebracht werden kann: »so hat er den alten Grafen Preysing angefangen zu malen, und der hat ihm sechzig oder achtzig Mal dazu sitzen müssen, so daß der alte Graf verdrießlich wurde und ihm sagte, wenn er nicht bald fertig würde, wolle er nicht mehr sitzen. Das Drohen war dem alten Maler aber einerlei, er ließ ihn immer wieder frisch fort sitzen […].« Und als bei einer letzten Sitzung der Graf sich »nicht ganz zufrieden« zeigte: »der Maler schwieg aber still, mischte sich seinen Ton, setzte sich wieder davor und strich das ganze Bild wieder zu und frug den Grafen, ob er Lust habe, ihm von neuem zu sitzen« (L. E. Grimm, Erinnerungen aus meinem Leben, Leipzig 1911, S. 128). | Claude Keisch

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dargestellt ist, gleich einer authentischen Schilderung, der prächtige, bejubelte Einzug des preußischen Kronprinzen Friedrich (1831–1888) in Jerusalem Anfang November 1869. Man sieht den Maler selbst rechts im Bild auf einem Esel sitzend und zeichnend. Dabei entstand das Auftragswerk erst 1876 nach Studien. Es stellt eine nachträgliche Interpretation der Ereignisse dar und bekräftigt den neuen Machtanspruch: Inzwischen hatten der Krieg von 1870/71 und die Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles stattgefunden. Aus diplomatischen Gründen war dem Kronprinzen 1869 die Aufgabe zugefallen, Preußen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten des Suezkanals zu vertreten. Der König hatte ihm zudem gestattet, die seltene Reise in den Orient auch etwas zu erweitern. Bei seiner Audienz in Istanbul übereignete der Sultan Preußen ein lange begehrtes Gelände in Jerusalem mit den Ruinen des mittelalterlichen Johanniter-Hospizes und der zugehörigen Kirche. Der Kronprinz nahm das historische Gelände nun vor Ort symbolisch in Besitz. Erst im Frühjahr 1873 erhielt das Kronprinzenpaar den auf dem Bilde dargestellten weißen Araberhengst als Geschenk des Sultans. Vielleicht war dies der äußere Anlaß, ein repräsentatives Erinnerungsbild der Reise in Auftrag zu geben. Wilhelm Gentz, zu dieser Zeit schon ein bekannter Orientmaler, reiste 1873 für einige Wochen zu Studien nach Jerusalem. Dort wählte er für das zu malende Geschehen einen Hügel vor der Stadtmauer mit freiem Blick auf die Silhouette der Stadt aus. In Berlin entstanden die Studien vom Kronprinzen in der 1869 getragenen Staatsrobe und von dem prächtigen Hengst. Das fertige Werk wurde auf der Akademieausstellung 1876 mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet; es war zuvor bereits für die Nationalgalerie erworben worden. Der einflußreiche Kunstkritiker Adolf Rosenberg schrieb 1891: »es ist die erste bildliche Darstellung der sieghaften Macht, die das neuerstarkte Deutschland über Orient und Occident damals zu gewinnen anfing« (Zeitschrift für bildende Kunst, N.F., 15. Jg., 1891, S. 213). | Angelika Wesenberg