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Fallender

Ident. Nr.: B III 228

ObjID: obj:964180

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kurt Schumacher (1905 - 1942),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1929
Weitere Titel
Sammlungstitel: Fallender
Übersetzung: Falling Man
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 87 x 34 x 44 cm
Erwerbung
1984 Schenkung von der Schwester des Künstlers, Toni Goesch, Berlin (West)

Objektbeschreibung

In expressiver Stilisierung der Körperformen hat der Bildhauer Schumacher eine männliche Figur im Moment des Fallens dargestellt. Auf die Knie gesunken, den Blick nach unten geheftet, den Oberkörper aber noch aufgerichtet und die Arme emporreißend, strömt aus einer tiefen Wunde in Höhe des Herzens Blut, das sich wie ein Gewand um die Hüften legt, die Scham des nackten Körpers bedeckt und an den Beinen hinunterfließt. Die Pose des fallenden, sterbenden Menschen, die feingliedrige Gestalt sowie deren verlängtes, schmales Gesicht lassen Analogien zu den Skulpturen Wilhelm Lehmbrucks erkennen (vgl. „Der Stürmende [Getroffener]“, NG 32/61, und „Der Gestürzte“, NG 5/79), die Schumacher bekannt waren. Es ist daher naheliegend, seine Bronze „Fallender“ als Symbolfigur für das Kriegssterben zu deuten. Nachdem sich der Künstler in den 1920er-Jahren in der kommunistischen Arbeiterbewegung engagiert hatte, war er ab der Machtübernahme der Nationalsozialisten im antifaschistischen Widerstand aktiv. Als Meisterschüler von Ludwig Gies teilte er sich mit Fritz Cremer ein Atelier in Berlin-Tempelhof, das auch als Treffpunkt für Widerstandskämpfer fungierte. 1942 stürmte es die Gestapo und zerstörte zahlreiche Werke Schumachers. Der Künstler wurde verhaftet und kurze Zeit später wegen seiner Zugehörigkeit zur Roten Kapelle hingerichtet. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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