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Der traurige Frühling

Ident. Nr.: A IV 223

ObjID: obj:964798

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Lachnit (1899 - 1962),
Künstler*in
Datierung
1933
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der traurige Frühling
Übersetzung: Melancholy Spring
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1962
Nachlass/Vermächtnis: Max Lachnit, Dresden,
1962–1969
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 35 x 29 cm
Erwerbung
1969 Ankauf von Max Lachnit, dem Bruder des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

Noch vor dem Beschluss des nationalsozialistischen Ermächtigungsgesetzes fand in Dresden Anfang März 1933 eine Bücherverbrennung statt, Beschlagnahmen in Museen folgten auf dem Fuße. Lachnit wurde als KPD-Mitglied verhaftet, kam aber aufgrund des Protestes der Vereinigung Dresdner Sezession 1932 bald wieder frei. Seine Arbeitsmöglichkeiten blieben im gleichgeschalteten Kunstbetrieb bis 1945 äußerst eingeschränkt, zum Teil befand er sich in wirtschaftlicher Abhängigkeit der NS-Volkswohlfahrt. In der Dresdner Propagandaschau „Entartete Kunst“ im September 1933 wurden vier Arbeiten Lachnits gezeigt. „Der traurige Frühling“ war im Mai des Jahres entstanden. Inspiriert ist die kleine Holztafel von Sandro Botticellis großer Allegorie eines paradiesischen Reiches der Liebe und der Schönheit „La Primavera“ (Der Frühling, um 1480; Uffizien, Florenz). Farbgebung, Haartracht, Augen- und Nasenformung spielen auf die Figur der Flora an. Doch der leuchtende Blumenkranz, das früh verwelkte Mädchenantlitz und der graue Gewandansatz erinnern an eine Dornenkrönung und kehren die Aussage des Vorbildes ins direkte Gegenteil. „Der traurige Frühling“ – ein Sinnbild der freien Künste zu Zeiten der nationalsozialistischen Diktatur. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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