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Abfahrt der Schiffe

Ident. Nr.: NG 22/67

ObjID: obj:964822

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Klee (1879 - 1940),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Abfahrt der Schiffe
Übersetzung: Ships Departing
Originaltitel: Départ des bateaux
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1928
Rudolf Probst (Galerie Neue Kunst Fides), Dresden/Mannheim,
1928
Galerie Alfred Flechtheim, Berlin/Düsseldorf,
1928 - um 1931/32
Kauf: Edward M.M. Warburg, New York,
1931/mind. 1932 - 23.06.1965
Auktion: Sotheby's London, Auktion "Collection of Mr. and Mrs. Edward M.M. Warburg, New York City,
23.06.1965
Kauf: Berggruen & Cie, Paris,
1965–1967
Kommission: Galerie Michael Hertz, Bremen,
1967
Material / Technik
Öl und Tusche auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 50,2 x 64,4 cm
Erwerbung
1967 Ankauf von der Galerie Michael Hertz, Bremen

Objektbeschreibung

Als das Gemälde „Abfahrt der Schiffe“ entstand, lebte Klee als Bauhausmeister in Dessau. In der maritimen Szene verschmolz er die Tradition des Seestücks mit der Romantik eines Nachtstücks. Mit gehissten Segeln sticht die kleine Flotte aus vier Schiffen ins dunkle Meer. Das Schwarz der Nacht verschluckt selbst den Horizont, nur der schwache Lichtkegel des blauen Vollmonds lässt rechts unten Wellen erkennen. Im Bilddenken Klees, in dem alles Irdische auch immer ein Stück des Kosmischen darstellt, gerät die Schiffsfahrt zur Metapher der Lebensreise. Der Mensch im Boot, unterwegs zwischen Aufbruch und Ankunft, erfährt symbolhaft die vielfältigen, konträr wirkenden Kräfte, die sein Dasein bestimmen: die eigene Bewegung und das Vorwärtswollen (hier im roten Pfeil verknappt), das Tempo des Gefährts im schaukelnden Wettstreit mit den Naturgewalten, die Rotation der Erde im Gefüge der Gestirne. In seinem Aufsatz „Schöpferische Konfession“ von 1920 beschreibt Klee das Phänomen der Schiffsreise als ebensolches Kräftespiel: „Ergebnis: Ein Gefüge von Bewegungen im Weltall, als Zentrum das Ich auf dem Dampfer“ (Paul Klee, Schriften. Rezensionen und Aufsätze, hrsg. v. Christian Geelhaar, Köln 1976, S. 120). | Christina Thomson

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz