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Theodor Mommsen. Modell zum Denkmal

Ident. Nr.: B II 238

ObjID: obj:964874

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Schaper (1841 - 1919),
Bildhauer*in
Datierung
1905
Systematik/Art
Material / Technik
Gips, getönt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51 x 27 x 31 cm
Erwerbung
1921 aus dem Nachlass Fritz Schaper übernommen, 1939 in einem Konvolut von 30 Werken der Nationalgalerie übereignet

Objektbeschreibung

Zu den bedeutendsten deutschen Historikern des 19. Jahrhunderts zählte Theodor Mommsen (1817–1903); ab 1858 hatte er einen Lehrstuhl an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität inne. Er wurde mehrfach von Bildhauern der Berliner Schule porträtiert (vgl. die Statuette von Walter Lobach, 1901–1903, B I 201). Seine überragende Bedeutung für die Geschichtsschreibung ebenso wie seine eigentümliche Körperhaltung und außerordentlich einprägsame Physiognomie veranlassten offensichtlich auch Schaper, nach Mommsens Tode Ende 1903 mit dem Sammeln von Material für eine Skulptur zu beginnen. Im Mai 1904 kam es zu einer Besprechung mit dem Bildhauer Emil Hundrieser und dem Architekten Franz Schwechten über ein Mommsen-Denkmal, das für den Garten der Berliner Universität konzipiert wurde. Ein Jahr später, im Mai 1905 begann Schaper mit der Arbeit an den Entwürfen. Das vorliegende Modell war der von ihm bevorzugte Entwurf, im Juni 1905 wurde er vollendet. Da er keine positive Resonanz fand, beauftragte man schließlich Adolf Brütt mit der Ausführung des Denkmals. Dieses stand bis 1991 an der untergeordneten Westseite von Mommsens einstiger Lehrstätte, der heutigen Humboldt-Universität, nunmehr – wie schon zuvor – wieder prominent im südlichen Hof. | Bernhard Maaz

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Im Etappenquartier vor Paris

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dargestellt ist, gleich einer authentischen Schilderung, der prächtige, bejubelte Einzug des preußischen Kronprinzen Friedrich (1831–1888) in Jerusalem Anfang November 1869. Man sieht den Maler selbst rechts im Bild auf einem Esel sitzend und zeichnend. Dabei entstand das Auftragswerk erst 1876 nach Studien. Es stellt eine nachträgliche Interpretation der Ereignisse dar und bekräftigt den neuen Machtanspruch: Inzwischen hatten der Krieg von 1870/71 und die Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles stattgefunden. Aus diplomatischen Gründen war dem Kronprinzen 1869 die Aufgabe zugefallen, Preußen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten des Suezkanals zu vertreten. Der König hatte ihm zudem gestattet, die seltene Reise in den Orient auch etwas zu erweitern. Bei seiner Audienz in Istanbul übereignete der Sultan Preußen ein lange begehrtes Gelände in Jerusalem mit den Ruinen des mittelalterlichen Johanniter-Hospizes und der zugehörigen Kirche. Der Kronprinz nahm das historische Gelände nun vor Ort symbolisch in Besitz. Erst im Frühjahr 1873 erhielt das Kronprinzenpaar den auf dem Bilde dargestellten weißen Araberhengst als Geschenk des Sultans. Vielleicht war dies der äußere Anlaß, ein repräsentatives Erinnerungsbild der Reise in Auftrag zu geben. Wilhelm Gentz, zu dieser Zeit schon ein bekannter Orientmaler, reiste 1873 für einige Wochen zu Studien nach Jerusalem. Dort wählte er für das zu malende Geschehen einen Hügel vor der Stadtmauer mit freiem Blick auf die Silhouette der Stadt aus. In Berlin entstanden die Studien vom Kronprinzen in der 1869 getragenen Staatsrobe und von dem prächtigen Hengst. Das fertige Werk wurde auf der Akademieausstellung 1876 mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet; es war zuvor bereits für die Nationalgalerie erworben worden. Der einflußreiche Kunstkritiker Adolf Rosenberg schrieb 1891: »es ist die erste bildliche Darstellung der sieghaften Macht, die das neuerstarkte Deutschland über Orient und Occident damals zu gewinnen anfing« (Zeitschrift für bildende Kunst, N.F., 15. Jg., 1891, S. 213). | Angelika Wesenberg