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Marie Laurencin

Ident. Nr.: B I 450

ObjID: obj:964896

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hermann Haller (1880 - 1950),
Künstler*in
Datierung
1919
Provenienz
Galerie Flechtheim,
1922
Material / Technik
Stukko
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 35,5 x 14,5 x 17 cm (ohne Sockel)
Erwerbung
1922 Ankauf von der Galerie Flechtheim, Düsseldorf. 1937 als "entartet" beschlagnahmt. 1958 aus der Sowjetunion zurückgeführt

Objektbeschreibung

In Stukko skulptierte Haller die Pariser Malerin Marie Laurencin (1883–1956). Sie hatte am 22. Juni 1914 den Schwager des Künstlers, den in Paris lebenden Maler Otto von Wätjen, geheiratet. 1919 besuchte das Paar Haller in Zürich, wo er den Terrakottakopf von Laurencin anfertigte. Dieser Kopf wird von einer kurzen, charakteristischen Lockenpracht bedeckt, die der Bildhauer mit seinen Fingern in das weiche Material hineinmodelliert hat, sodass sie besonders lebendig erscheint. Die Art der Haargestaltung und der rauen Oberflächenbehandlung ist typisch für Haller. In zahlreichen, vornehmlich weiblichen Porträtköpfen hat er diesen Stil ausgeführt. Hier umspielt den Mund ein selbstbewusstes Lächeln, der Blick des aufrecht gehaltenen zarten Kopfes ist fest nach vorn gerichtet. Laurencin war eine unabhängige Frau und erfolgreiche Künstlerin und damit durchaus eine Ausnahme. Sie zeigte ihre Werke häufig in namhaften Galerien, erhielt den Auftrag zur Ausgestaltung des Stücks „Les Biches“ (Die Hirschkühe, 1924) für die „Ballets Russes“ und stand auch sonst im Mittelpunkt der Pariser Avantgarde. Guillaume Apollinaire stellte sie in seinem Buch „Les Peintres cubistes. Méditations esthétiques“ (1913) in eine Reihe mit Pablo Picasso, Georges Braque und Jean Metzinger. Ihr stets ganz eigener Stil drückte sich in schlangenlinienförmigen, zart pastellfarbigen, meist weiblichen Figuren aus. Apollinaire beschrieb ihn als typisch „weiblich“, wahrscheinlich weil die Malerei jener Zeit nicht viele Protagonistinnen hatte und nach einem Schema gesucht wurde, unter dem sich Laurencins eigentümliche Bilder fassen ließen. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz