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Jack Dempsey

Ident. Nr.: B I 454

ObjID: obj:964911

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ernesto de Fiori (1884 - 1945),
Künstler*in
Datierung
1925
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton und Stuck
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 48 x 19 x 22,5 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1925 erworben im Tausch gegen ein Gemälde (Inv. Nr. A II 454)

Objektbeschreibung

Als der Journalist Bernhard Guillemin im August 1925 für ein Interview in de Fioris Atelier erschien, ließ er seinen Blick über die Galerie berühmter Persönlichkeiten schweifen, deren Porträts der Bildhauer modelliert hatte: Die Büste des italienischen Opernsängers Beniamino Gigli stand neben der Carina Aris, deren Karriere als Tänzerin in Paris zu dieser Zeit Fahrt aufnahm. Am meisten fesselte Guillemin das Bildnis des amtierenden Weltmeisters im Schwergewicht und US-amerikanischen Superstars Jack Dempsey (1895–1983). Im Gespräch erwies sich de Fiori als leidenschaftlicher Kenner des Sports. Dempseys Stärke sei es, mit Seele zu kämpfen: „Einfühlung in den Gegner und blitzhaftes, verstandsstarkes, ja verschlagenes Einbeziehen des Erfühlten in die kämpferische Taktik“, dies sei Dempseys „Genie“. Hinzu käme „ein ungeheuer vervollkommnetes Instrument – sein Körper“. Guillemin wies de Fiori darauf hin, dass ihn damit ein Problem interessiere, das kein anderes als das der Plastik sei. Der Bildhauer stimmte ihm zu, „es handle sich in beidem um das Problem: Körper – Seele. In den Körper, den ich gestalte, versuche ich die Tugenden hineinfließen zu lassen, die mir vorschweben. Jede Form, die der Bildhauer schafft, jede Biegung, die er dem Körper gibt, muss einer menschlichen Tugend entsprechen, sonst ist sie leer“. Beim Faustkampf verhalte es sich ebenso. Dempsey, so de Fiori weiter, sei ein feiner Mensch: „Er sagte zu mir: Der Unterschied zwischen Ihnen und mir ist, dass Sie mit den Jahren immer besser werden, ich immer schlechter“ (Abdruck in: Beatrice Vierneisel, Ernesto de Fiori. Das plastische Werk, 1911–1936, Berlin 1992, S. 152 f.). | Sven Haase

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz