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Blumenbild

Ident. Nr.: NG 14/83

ObjID: obj:964921

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Michael Buthe (1944 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1980
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenbild
Übersetzung: Flower Painting
Provenienz
Galerie Wilbrand, Köln,
1983
Material / Technik
Öl und Wachs auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 160 x 125 cm
Erwerbung
1983 Ankauf von der Galerie Wilbrand, Köln

Objektbeschreibung

Buthe bezeichnete sich selbst als „nomadischer“ Künstler, der seine Erlebnisse, Begegnungen und Empfindungen auf der ganzen Welt sammelte und in Collagen, Assemblagen und Environments übertrug. Für ihn war weniger das Resultat als der Vorgang der Werkentstehung wichtig. Geprägt von der Konzept- und Prozesskunst der 1960er-Jahre, vermischte er Malerei mit Objets trouvés und Geschichten von seinen Reisen. Teil des Werkprozesses war stets das collageartige Kartieren des eigenen Lebens in Reisetagebüchern, das er auf seine Werke ausweitete. Als Inspiration für seine Arbeiten aus den 1980er-Jahren, auch das „Blumenbild“, diente das Tagebuch „Histoire de DI STROZZI – DE MEDICI – Et la Rheine de la Sainte – oder die wundersame Reise durch das mediterrane Meer via Alexandria über ROM ATHEN KRETA“ (1979–1981), das hauptsächlich in Marokko entstand. Als tragbares Atelier angelegt, probierte er sich in seinem Tagebuch an verschiedenen Maltechniken wie pastos aufgetragener Acrylfarbe, Gouache sowie Grafit in Verbindung mit Collage- und Assemblagetechniken mit Wachs, getrockneten Pflanzen, Blattgold sowie Zeitungsausschnitten und Polaroids. In „Blumenbild“ verarbeitet er nach diesem Prinzip Fundstücke aus Nordafrika mit Elementen aus der deutschen Landschaft: Strohblumen, Sterne, Rosen- und Buchenblätter sind nach Art der Enkaustik in pastos aufgetragene Farbe eingefasst. | Jill Praus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz