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Kleiner Jongleur

Ident. Nr.: NG 3/58

ObjID: obj:964937

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Marino Marini (1901 - 1980),
Künstler*in
Datierung
1953
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kleiner Jongleur
Originaltitel: Giocoliere
Originaltitel: Petit jongleur
Übersetzung: Small Juggler
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 47 x 18 x 8 cm
Erwerbung
1958 Ankauf von der Galerie Rosengart, Luzern

Objektbeschreibung

Der Jongleur gehört zu den beliebten Bildthemen Marinis. Immer wieder tauchen Akteure aus dem Varieté in seinem Werk auf, zu denen auch diese kleine Statuette aus Bronze zählt. Als Freund von Alberto Giacometti und Germaine Richier blieb er von deren bildhauerischer Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur nicht unbeeinflusst und suchte wie sie in der figürlichen Bildhauerei nach einer gestalterischen Neuformulierung des Menschenbildes. Als „Maler-Bildhauer“ konzentrierte er den Blick häufig auf die Oberfläche und es entstanden farbintensive Patinas. Der „kleine Jongleur“ erhielt ein blaues Kostüm mit in Gold gezeichneten Linien. Die farbige Gestaltung gliedert die einfach angelegte Plastik, modelliert das Hell-Dunkel und findet eine inhaltliche Entsprechung im Kostüm des Varietékünstlers. Die Beschreibung Marinis als „Poet der Oberfläche“ (Gianfranco Contini, vgl. Pino Bernasconi [Hrsg.], Vingt Sculptures de Marino Marini présentées par Gianfranco Contini, Lugano 1944) beinhaltet die Kritik an der Form, zugleich trifft sie einen Wesenszug seiner Arbeiten, wie er ganz besonders den „kleinen Jongleur“ auszeichnet. Zugleich beinhaltet das vermeintlich leichte Bildthema den herausfordernden Balanceakt, den die Figur mit den Bällen in den Händen und dem fragilen Stand leisten muss. Sie steht sinnbildlich für andere, nicht körperliche menschliche Balanceakte. | Sintje Guericke

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz