Logo

Bildnis Margaret Camilla Leiteritz

Ident. Nr.: A IV 474

ObjID: obj:965045

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Dodel (1907 - 1944),
Künstler*in
Datierung
1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Margaret Camilla Leiteritz
Übersetzung: Portrait of Margaret Camilla Leiteritz
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Regina Querner, Börnchen,
1976–1983
Abmessungen
Höhe x Breite: 202 x 106,5 cm
Erwerbung
1983 Ankauf von der Schwester des Künstlers, Regina Querner, Börnchen, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Otto Dix bezeichnete Dodel rückblickend als „einen meiner begabtesten Schüler“ (Brief vom 11.3.1944 [Poststempel] in: Otto Dix, Briefe, Köln 2013, S. 520). Dodel hatte von 1929 bis 1933 bei Dix an der Dresdner Kunstakademie studiert, zuletzt als dessen Meisterschüler. Durch seinen frühen Tod 1944 und die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 ist nur ein äußerst schmales Œuvre überliefert. Aus diesem ragen sowohl qualitativ als auch quantitativ die Bildnisse Margaret Leiteritz’ heraus, die in den 1930er-Jahren entstanden und von einer engen Freundschaft zeugen. Nach einer Ausbildung zur Bibliothekarin hatte die Dresdnerin Leiteritz (1907–1976) am Bauhaus in Dessau unter anderem die Malklassen von Paul Klee und Wassily Kandinsky besucht. Ab 1931 erneut in Dresden verkehrte sie im Kreis um Dix. In jener Zeit dürfte sie auch Dodel kennengelernt haben. Maltechnisch sind in diesem Gemälde mit der feinen Lasur und dem zeichnerischen Stil die Einflüsse Dix’ unverkennbar, während die formalästhetischen Vorbilder in den Porträts von Thomas Gainsborough und Joshua Reynolds sowie den Frauenbildnissen der Romantik zu finden sind. Bei allem neusachlichen Realismus haftet dem Werk durch die beunruhigende Traumlandschaft im rechten Hintergrund auch eine surreale Komponente an. Selbst wenn man versucht sein sollte, hier eine Anspielung auf die Zeitumstände zu vermuten – Dodels Werke, zumal seine Porträts, enthalten sich zumeist der Zeitkritik. Vielmehr ging es ihm um die Darstellung eines idealen Menschenbildes: gefestigt und in sich ruhend, ganz so wie er Margaret wiedergegeben hat. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz