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Strandkörbe

Ident. Nr.: B 46

ObjID: obj:965075

1950 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Strecker (1898 - 1950),
Künstler*in
Datierung
1948
Weitere Titel
Sammlungstitel: Strandkörbe
Übersetzung: Beach Chairs
Geografische Bezüge
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 54 x 65 cm
Erwerbung
1950 Ankauf von der Galerie Bremer, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Strecker stellt in seinem Gemälde „Strandkörbe“ eine von Einzelfiguren bevölkerte Landschaft dar. Der weit oben angesetzte Horizont reduziert den Himmel auf ein schmales Band. Ähnlich wie Vegetation und Wasserfläche ist auch der Himmel in unterschiedlichen Grautönen gehalten. Die zitronengelbe Strandzone nimmt drei Viertel der Bildfläche ein. Willkürlich sind darauf weiße Strandkörbe mit rotem Polsterbezug verteilt. Auf der mittleren Bildachse fällt der Blick auf einen schräg ins Bild geschobenen, leeren Strandkorb. Manche Figuren ruhen im Sand oder sitzen im Strandkorb; andere laufen ins Bild hinein oder aus dem Bild heraus; eine statische Rückenfigur blickt in Richtung des Wassers. Strecker nutzte in „Strandkörbe“ nicht nur eine ähnliche Palette wie in „Nachmittag der Kinder“ (B 17) und betonte wie dort die Leere in der Mitte des Bildes, sondern arbeitete auch hier mit einem Zusammenspiel aus Horizontalen und Diagonalen, statischen und dynamischen Posen sowie einem rätselhaften Arrangement aus Bildfiguren und Sitzmöbeln. | Laura Rosengarten

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz