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Frauenbildnis

Ident. Nr.: B 812

ObjID: obj:965109

1966 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Erich Heckel (1883 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1906
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frauenbildnis
Übersetzung: Portrait of a Woman
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
389541
Galerie Roman Norbert Ketterer, Campione d’Italia,
1966
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1966–1968
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 70 x 64 cm
Erwerbung
1966 Ankauf von der Galerie Roman Norbert Ketterer, Campione d'Italia, durch das Land Berlin mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Heckel gehörte 1905 zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe Brücke in Dresden. Gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff und weiteren, wechselnden Gleichgesinnten war er angetreten, neue Wege in der Kunst zu beschreiten und eine „Brücke“ zu neuen Ufern in Leben und Kunst zu schaffen. In der ersten Zeit bedeutete den jungen Künstlern das Vorbild Vincent van Goghs sehr viel. Bereits im Dezember 1905 hatten sie dessen Werke in der Dresdner Galerie Arnold im Original gesehen. Sie betrachteten ihn als einen Erneuerer der Kunst und übernahmen seine emotionale, leidenschaftliche Malweise sowie die befreit wirkenden, leuchtenden Farben. Die Intensität der Farben hat Heckel in seinem „Frauenbildnis“ durch unvermischte Töne und komplementäre Kontraste gesteigert. Locker gesetzte, dynamische Pinselstriche modellieren die Darstellung und versetzen die Bildfläche in ein bewegtes Flirren. Indem die Leinwand zwischen den Strichen sichtbar bleibt, wird der spontane Charakter unterstrichen. Die züngelnden Farbkommata gehen in ihrer vehementen Dynamik über das Vorbild van Goghs hinaus. | Janina Dahlmanns

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz