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Paar

Ident. Nr.: NG 53/91

ObjID: obj:965110

Schenkung Otto van de Loo
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Helmut Sturm (1932 - 2008),
Künstler*in
Datierung
1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Paar
Übersetzung: Couple
Provenienz
Paolo Marinotti,
1980
Otto van de Loo, München,
1980–1991
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 150 x 132 cm
Erwerbung
1991 Schenkung Otto van de Loo, München

Objektbeschreibung

Sturm malte ab 1962 flächige Bilder, die einen neuen Ansatz in der Auseinandersetzung mit der Figuration darstellten. So wie auch „Paar“ von 1962, sind die Werke in unterschiedlich gestaltete, „intarsienartige […] Bildkompartimente“ aufgeteilt. Meistens tauchen vor rotem Grund Gestalten auf, „die Greifarme, Kastenkörper, trapezförmige Füße und scheibenförmige Köpfe aufweisen“ (Lisa Felicitas Mattheis, Gesten des Lebens. Anmerkungen zu den Werken 1957 bis 1979, in: Lisa Felicitas Mattheis und Pia Dornbacher [Hrsg.], Helmut Sturm. Spielfelder der Wirklichkeit, Ausst.-Kat., Emden, 2020, S. 33f.). Sturm begann den Malprozess mit dem patchworkartigen Verteilen kleinerer Flächen auf der Leinwand, erst danach trug er den häufig roten Grund auf. Auf diese Weise, so der Künstler, träte die Bildfiguration nach vorn, und die kleineren Formen verbänden sich zu einer Gesamtfiguration (vgl. Brief Helmut Sturm, 12.9.1999, in: Pia Dornbacher und Bärbel Kleindorfer-Marx [Hrsg.], Helmut Sturm. Arbeiten von 1957 bis 1999, Ausst.-Kat., Cham, 1999, S. 13). Vermutlich erhielt Sturm die Inspiration für diese Bilder von den sogenannten Malaggan-Schnitzereien von der Insel Neuirland in Papua-Neuguinea, mit denen sich die SPUR-Gruppe ab 1963/1964 beschäftigte. | Sarah Hampel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz