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Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen

Ident. Nr.: B II 34

ObjID: obj:965111

Details (Expert)

Beteiligte
Johann Gottfried Schadow (1764 - 1850),
Bildhauer*in
Mitarbeit: Claude Goussaut (1740–1799),
Bildhauer*in
Datierung
1795 (Marmor 1796/1797)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen
Prinzessinnengruppe / Luise und Friederike Prinzessinnen von Preußen ("Prinzessinnengruppe")
Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen
Übersetzung: Double statue of the princesses Luise and Friederike of Prussia
Übersetzung: Princesses Luise and Friederike of Prussia
Provenienz
Kauf: Besitz der Krone,
1797 – 1926 /27
im Zuge der Vermögensauseinandersetzung dem vormals regierenden Königshaus zugesprochen,
1926
Kauf: Preußischer Staat,
1926/27
Sicherstellung im Kellergewölbe des Berliner Doms,
1939-45
Nationalgalerie,
1949
Material / Technik
Marmor
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 172 x 102 x 61,5 cm
Erwerbung
1926 im Zuge der Vermögensauseinandersetzung dem vormals regierenden Königshaus zugesprochen; 1926/27 Ankauf durch den preußischen Staat; 1949 Überführung in die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Das lebensgroße marmorne Standbild der Kronprinzessin Luise (1776-1810) mit ihrer Schwester, Prinzessin Friederike (1778-1841) von Preußen, gehört zu den Hauptwerken des europäischen Klassizismus (vgl. auch die Angaben zum Gipsmodell, Inv.-Nr. B I 76). Hinsichtlich des Typus schuf Schadow mit dieser zweifigurigen Gruppe etwas ganz Neues, denn es ist nicht ein Denkmal für Männer von besonderem Verdienst, nicht eine explizit dynastische Selbstdarstellung der Hohenzollern, sondern primär ein Hymnus auf die Jugend, die Anmut und die Schönheit. Die aufrecht stehende, fernhin blickende Luise kontrastiert in reizvoller, hintergründiger Weise mit ihrer jüngeren, etwas koketteren Schwester Friederike; das beide Figuren verbindende Moment liegt aber nicht nur in dem Umgreifen des Armes von Luise und im vertraulichen Berührungsmotiv der Hände, sondern auch im Aneinanderlehnen, in der pyramidalen Gesamtform und in der vereinheitlichenden Behandlung der antikisierenden Gewänder.
Das Gipsmodell (B I 76) der Gruppe diente zur Übertragung in Marmor, die weitgehend Schadows Gehilfe Claude Goussaut ausführte, während der Meister selbst sich die Vollendung der Gesichter und der Arme vorbehielt. Auf der Grundlage des Modells wurden auch kleinformatige Ausformungen in Biskuitporzellan hergestellt. Ursprünglich sollte die Gruppe nur in diesem Material in verkleinertem Maßstab verwirklicht werden. Erst nachdem der Kurator der Akademie der Künste, Friedrich Anton Freiherr von Heinitz, sich nachdrücklich beim preußischen König für eine lebensgroße Übertragung in das edle, zeitlose und freilich auch teurere Material des weißen Marmors verwendet hatte, kam diese zustande. Dies war sicherlich auch ein Ausdruck dafür, daß sich Schadow und sein Protektor Heinitz mit den seit Winckelmann gefeierten Skulpturen der Antike messen wollten, die bekanntlich in Marmorkopien überliefert waren und als künstlerische Normen verstanden wurden. So wurde das Werk auch zu einem Sinnbild der preußischen Kunstpflege – schon die Widmungsinschrift an der Plinthe macht das deutlich (zu deutsch: Im elften Jahr der Regierung Friedrich Wilhelms II.) – und des preußischen Anspruchs auf Erfüllung höchster künstlerischer Normen. Allerdings gehört es zur Ironie der Geschichte, daß lange Zeit (bis ins frühe 20. Jahrhundert) der Marmor magaziniert blieb, während das Modell sich bereits in der Nationalgalerie befand.
Seit 1801/02 im Berliner Schloß, befand sich das Werk 1856 im "Boisierten Zimmer" in den sogenannten "Petit-Kammern", wo auch das "Liegende Mädchen" von Schadow aufgestellt war. Nach den starken Zerstörungen des Schlosses kam es 1949 in das Hauptgebäude der Nationalgalerie. | Bernhard Maaz

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Spaziergänger (Der Überfall)

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Gänsegeier

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