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Pinguine

Ident. Nr.: B II 60

ObjID: obj:965126

Details (Expert)

Beteiligte
August Gaul (1869 - 1921),
Bildhauer*in
Datierung
1914–1920 (Guss nach 1921)
Systematik/Art
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Provenienz
Alfred Neumann,
367833
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale Frankfurt am Main,
bis 15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
ab 15.8.1935
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 31 x 45 x 45 cm
Erwerbung
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Alfred Neumann, Frankfurt am Main

Objektbeschreibung

Erstmals mit dem Motiv des Pinguins künstlerisch beschäftigt hatte sich Gaul im Rahmen von Brunnenprojekten: ab 1903 für die Stadt Münster (WVZ Gabler 2007, 103) sowie 1911 im Zusammenhang mit dem von Franz Oppenheim beauftragten Brunnen für den Garten der Familienvilla am Wannsee (WVZ 154). Die drei in der Sammlung der Nationalgalerie erhaltenen Pinguine sind ursprünglich in einem Konvolut von sechs Pinguinen angekauft worden. Einer davon wurde als „im Gesamtbilde des reichen alten Museumsbesitzes entbehrlich“ bewertet und 1937 auf einer Auktion Julius Böhlers versteigert (Kunstwerke aus dem Besitz der Staatlichen Museen Berlin, Aukt.-Kat. Julius Böhler, München, 1937, Vorwort sowie S. 119, Nr. 744). 1967 konnten in der Nationalgalerie (Ost) nur noch die heute verbliebenen drei Pinguine verzeichnet werden. Die drei beziehungsweise sechs Wasservögel sind eine verkleinerte Version der ehemals für den Hamburger Stadtpark ab 1914 entworfenen und 1920 schließlich vollendeten Brunnenanlage (WVZ 199). Trotz ihrer ursprünglich gemeinsamen Aufstellung hat sie der Bildhauer als autonome Figuren gestaltet, die ohne gemeinsame Plinthe keiner festgelegten Komposition und damit keiner Narration unterliegen. Dabei kommt die kompakte und klar konturierte Form der Pinguine Gauls Gestaltungsprinzipien der Vereinfachung und Statuarik entgegen, der Oberflächenglanz unterstützt die Wirkung von scheinbar unmittelbar aus dem Nass auftauchenden Tieren. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 28.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Porträt Johann Georg Sulzer

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Im Auftrag des Leipziger Verlegers Philipp Erasmus Reich reiste Anton Graff 1771 nach Berlin, um für dessen Freundschaftsgalerie Moses Mendelssohn, Karl Wilhelm Ramler, Johann Joachim Spalding und Johann Georg Sulzer zu porträtieren. Im Hause des wie Graff aus Winterthur stammenden, von Friedrich dem Großen nach Berlin berufenen Philosophen Sulzer begegnete der Maler dessen ältester Tochter und heiratete sie noch im selben Jahr. Sulzer hatte bereits mehrere pädagogische Schriften verfaßt und arbeitete zu dieser Zeit an seinem Hauptwerk »Allgemeine Theorie der schönen Künste«, (1771/1774), der ersten deutschsprachigen Enzyklopädie zur Ästhetik und Kunst. Darin sprach er dem Porträt einen hohen Rang zu und würdigte Graff als herausragenden Meister seines Faches. Graffs Beziehung zu Sulzer war eng und freundschaftlich, er schuf vom Schwiegervater mehr als zwanzig Bildnisse, darunter jenes für die Reich-Galerie, ein repräsentatives Porträt für die Stadt Winterthur (Museum Oskar Reinhart, Winterthur), ein beeindruckendes privates Profilbildnis, das Graff 1782 der Halberstädter Freundschaftsgalerie des Dichters Gleim übergab (Gleimhaus Halberstadt), sowie 1777, zwei Jahre vor Sulzers Tod, ein Bildnis mit dem Enkel Carl Anton (Museen der Stadt Aschaffenburg). Im gleichen Jahr entstand diese Teilreplik, die Sulzer mit Perücke im Hausrock – ohne Enkel – zeigt. Sie wurde von der Nationalgalerie aus dem Besitz der Nachkommen Sulzers erworben. Eine präzise Vorzeichnung befindet sich im Museum der bildenden Künste Leipzig. | Birgit Verwiebe

Im Etappenquartier vor Paris

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Einzug des Kronprinzen Friedrich von Preußen in Jerusalem 1869

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Dargestellt ist, gleich einer authentischen Schilderung, der prächtige, bejubelte Einzug des preußischen Kronprinzen Friedrich (1831–1888) in Jerusalem Anfang November 1869. Man sieht den Maler selbst rechts im Bild auf einem Esel sitzend und zeichnend. Dabei entstand das Auftragswerk erst 1876 nach Studien. Es stellt eine nachträgliche Interpretation der Ereignisse dar und bekräftigt den neuen Machtanspruch: Inzwischen hatten der Krieg von 1870/71 und die Proklamation des deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal von Versailles stattgefunden. Aus diplomatischen Gründen war dem Kronprinzen 1869 die Aufgabe zugefallen, Preußen bei den Eröffnungsfeierlichkeiten des Suezkanals zu vertreten. Der König hatte ihm zudem gestattet, die seltene Reise in den Orient auch etwas zu erweitern. Bei seiner Audienz in Istanbul übereignete der Sultan Preußen ein lange begehrtes Gelände in Jerusalem mit den Ruinen des mittelalterlichen Johanniter-Hospizes und der zugehörigen Kirche. Der Kronprinz nahm das historische Gelände nun vor Ort symbolisch in Besitz. Erst im Frühjahr 1873 erhielt das Kronprinzenpaar den auf dem Bilde dargestellten weißen Araberhengst als Geschenk des Sultans. Vielleicht war dies der äußere Anlaß, ein repräsentatives Erinnerungsbild der Reise in Auftrag zu geben. Wilhelm Gentz, zu dieser Zeit schon ein bekannter Orientmaler, reiste 1873 für einige Wochen zu Studien nach Jerusalem. Dort wählte er für das zu malende Geschehen einen Hügel vor der Stadtmauer mit freiem Blick auf die Silhouette der Stadt aus. In Berlin entstanden die Studien vom Kronprinzen in der 1869 getragenen Staatsrobe und von dem prächtigen Hengst. Das fertige Werk wurde auf der Akademieausstellung 1876 mit einer goldenen Medaille ausgezeichnet; es war zuvor bereits für die Nationalgalerie erworben worden. Der einflußreiche Kunstkritiker Adolf Rosenberg schrieb 1891: »es ist die erste bildliche Darstellung der sieghaften Macht, die das neuerstarkte Deutschland über Orient und Occident damals zu gewinnen anfing« (Zeitschrift für bildende Kunst, N.F., 15. Jg., 1891, S. 213). | Angelika Wesenberg