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Porträt Paul Cassirer

Ident. Nr.: B III 76

ObjID: obj:965130

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Kolbe (1877 - 1947),
Bildhauer*in
Datierung
1925 (Guss 1925)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 43,5 x 19 x 22,5 cm (mit Steinsockel)
Erwerbung
1926 Geschenk von Alfred Flechtheim, Berlin

Objektbeschreibung

Paul Cassirer (1871–1926) war der wichtigste Kunsthändler seiner Zeit in Deutschland. Er verhalf hier dem französischen und deutschen Impressionismus zum Durchbruch und engagierte sich auch für jüngere Maler und Bildhauer wie Ernst Barlach und Kolbe. 1925 ließ sich der Berliner Galerist von Kolbe porträtieren; das Bildnis war in einer Einzelausstellung des Künstlers bei Cassirer im selben Jahr zu sehen. Kurze Zeit später, nach dem Freitod des Kunsthändlers im Januar 1926, nahm Kolbe die Totenmaske ab (Georg Kolbe Museum, Berlin). Er gestaltete auch die Grabstätte auf dem interkonfessionellen Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend. Bei der Trauerfeier in der Galerie war die Büste aufgestellt. 1925 wurden acht Bronzegüsse von ihr hergestellt, die vor allem an Verwandte und Freunde gingen; das Exemplar im Georg Kolbe Museum, Berlin, stammt von der Witwe Cassirers, der Schauspielerin Tilla Durieux. Die Bronze in der Nationalgalerie war ein Geschenk des Galeristen Alfred Flechtheim aus Anlass des 50. Geburtstages von Ludwig Justi, dem Direktor der Nationalgalerie (Brief vom 13.3.1926, SMB-ZA, I/NG 999). Flechtheim besaß ein weiteres Exemplar des Porträts seines großen Vorbildes, das er in mehreren Ausstellungen präsentierte (Verbleib unbekannt). In der NS-Zeit warf der Kulturfunktionär Hans Hinkel der Nationalgalerie vor, im Museum Bildnisse jüdischer Kunsthändler zu zeigen. Das Porträt Paul Cassirers gelangte sofort ins Depot, entging jedoch der Beschlagnahmung. | Ursel Berger

Letzte Aktualisierung: 19.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Die Anbetung der heiligen drei Könige

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Geboren in Heide in Dithmarschen studierte Groß ab 1915 in Weimar. Durch den Zusammenschluss der dortigen Hochschule für Bildende Kunst und der Kunstgewerbeschule wurde er 1919 eher zufällig Schüler am Bauhaus, das er denn auch zum Ende des Jahres als federführender Protagonist im „Bauhausstreit“ verließ. Schon während der Studienzeit hatten sich neben Landschaften Kunstwerke mit religiöser Thematik als wesentlicher Schwerpunkt im Schaffen Groß’ ausgebildet. Waren seine grafischen Arbeiten in jenen Jahren expressionistisch geprägt, wich dieser Ausdruck in den Gemälden und auch dem vorliegenden Kirchenfenster einer eher tradierten Bildsprache. Bereits ab 1915 fühlte sich Groß völkischen Ideen verbunden und stand im Austausch mit den Literaten der „Heimatkunstbewegung“. 1930 trat er der NSDAP bei und suchte von da an, sich mit seiner Kunst aktiv in den Dienst der Partei zu stellen. Während einige seiner Werke 1937 als „entartet“ aus den Museen entfernt wurden, machte er auf Verwaltungsebene Karriere als Kreiskulturhauptstellenleiter von Bremen und leitender Angestellter an der dortigen Kunsthochschule. Trotz dieser Ämter und eines in Teilen propagandistischen Œuvre stuften die Alliierten Groß nach 1945 lediglich als „Mitläufer“ ein. Heute wird seine religiöse Kunst vor allem in den USA rezipiert, wohin seine Tochter 1951 ausgewandert war – sie hat sich sehr für die Anerkennung ihres Vaters als „entarteter Künstler“ eingesetzt. | Katharina Wippermann

Bildnis Konrad Haenisch

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Ebenso wie Hans Purrmann verkehrte Bondy um 1905 im Pariser Künstlertreffpunkt Café du Dôme. Damals schuf er an Auguste Renoir und Édouard Manet geschulte Bilder. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs übersiedelte er nach Berlin, wo er später Purrmann wiedertraf. Dieser schrieb 1930: „Bondy, vollkommen unabhängig, aus einem höchst kultivierten Wiener Hause kommend, […] wurde mit und nach dem Krieg gezwungen, Geld zu verdienen. Seine Malerei gab ihm ohne schlimme Zugeständnisse keine Möglichkeit dazu. Es war eine Malerei, die Zeit erforderte, gepflegt durchgeführt sein wollte, und daher nicht mehr in eine so unruhige Zeit paßte“ (Hans Purrmann, Walter Bondy. Zu seinem 50. Geburtstage, in: Weltkunst, 4. Jg. [1930], H. 51/52, S. 13 ). Das vorliegende Bildnis in Pastell bestätigt das kritische Urteil. Es zeigt Konrad Haenisch (1876–1925), von November 1918 bis 1921 erster Kultusminister der Weimarer Republik. Seit Ende 1918 gab es im Ministerium Überlegungen, Bondy eine Meisterklasse für Bildnismalerei an der Berliner Hochschule für die bildenden Künste zu übertragen – doch auch der danach befragte Ludwig Justi, Direktor der Nationalgalerie, riet ab. In diesem Kontext wird wohl die Haenisch-Studie entstanden sein. Wenig später gab Bondy seine Künstlerkarriere auf. Er gründete 1927 das Wochenblatt „Die Kunstauktion“ (ab 1930 „Weltkunst“), war als Kunsthändler und Autor tätig und eröffnete nach seiner Emigration in Sanary-sur-Mer ein Fotoatelier. Das Bildnis gelangte zu einem unbekannten Zeitpunkt in das Kultusministerium. Ebenso wie Willy Jaeckels Porträt des Kultusministers Otto Boelitz (A IV 192) wurde es 1939 der Nationalgalerie zur Magazinierung überwiesen. | Angelika Wesenberg

Landschaft mit Hünengrab

Landschaft mit Hünengrab

Der Maler Carl Julius von Leypold gehörte zum Dresdner Romantiker-Kreis um Caspar David Friedrich. Bereits als 14-Jähriger begann er eine Ausbildung an der Dresdener Kunstakademie. Er wurde Schüler von Johan Christian Dahl. Eine besondere Anziehung übte der mit Dahl befreundete Friedrich auf Leypold aus. Als Ausdruck der engen Verbundenheit mit seinem Vorbild zeigte der 18-Jährige 1824 auf der Akademieausstellung eine „Mondscheinlandschaft nach Friedrich“ (Ausst.-Kat. Akademie der Künste Dresden 1824, Nr. 353). Leypold gilt als der begabteste Nachfolger des Romantikers. Der Friedrichforscher Werner Sumowski bezeichnete Leypold unter Bezug auf dessen Frühwerk sogar als „Friedrich-Doppelgänger“ (W. Sumowski, Caspar David Friedrich und Carl Julius von Leypold, in: Pantheon, 29. Jg., H. 6, München 1971, S. 500). Leypolds Werke zeichnen sich durch eine feine Malerei, durch ein sensibles Gespür für Naturphänomene und faszinierende Lichtstimmungen aus. In dem Gemälde „Landschaft mit Hünengrab“ ist eine weite Ebene im Dämmerlicht dargestellt. Das magische Leuchten des abendlichen Himmels in Farbstufen zwischen Gelb, Orange, Grün und Blau hebt die eindrückliche Komposition in eine Sphäre der Transzendenz. Links im Vordergrund ist ein imposantes Hünengrab zu sehen, das sich gleichsam in die Bildmitte drängt. Rechts steht an einer Wasserfläche mit zahlreichen subtil ausgeführten Reflexionen ein abgestorbener Baum, auf dem eine Eule sitzt. Auf den ersten Blick scheint der Nachtvogel das einzige Lebewesen zu sein. Bei näherer Betrachtung des kleinen Tümpels ist ein weiterer, mit wenigen Strichen erfasster Vogel auf einem Pflanzenbüschel zu erkennen, dessen Erscheinung sich durch eine Spiegelung verdoppelt. In der Ferne, kaum sichtbar, ragt ein Kirchturm auf, der in dieser unbewohnt wirkenden Gegend auf menschliches Leben verweist. Unter dem Einfluss von Friedrich griff Leypold mit Hünengrab und Eule zwei bedeutende romantische Motive auf, die im Werk Friedrichs als Sinnbilder einer heroischen Vorzeit und der Vergänglichkeit eine herausragende Rolle spielten. | Birgit Verwiebe

Löwe an der Tränke

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Von 1883 bis 1886 hatte Kuhnert an der Berliner Hochschule für die bildenden Künste Tiermalerei in der Klasse von Paul Meyerheim studiert. Der direkte Vergleich mit seinem Lehrer zeigt die bahnbrechenden Neuerungen, die Kuhnert in diese Gattung einführte und die maßgeblich zu seinem Erfolg in Deutschland, aber auch in England und den USA beitrugen. Das Skizzieren im Zoologischen Garten in Berlin und das Überführen der gefangen gehaltenen Tiere in anekdotenhafte Genrestücke, wie es Meyerheim praktizierte, genügten Kuhnert nicht. Er wollte die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten, ihr Verhalten und ihren Körperbau intensiv studieren. Diese Möglichkeit ergab sich erstmalig 1891, als der Maler, vermittelt durch Zoodirektor Ludwig Heck, auf eine Expedition nach Deutsch-Ostafrika, in die Region des heutigen Tansania, aufbrach, die er 1905/1906 und 1911 erneut bereiste. 1906 begab er sich im Anschluss nach Ceylon (Sri Lanka) und 1911, im Gefolge von König Friedrich August III. von Sachsen, in den Sudan. Dass Kuhnert in seinem Schaffen nicht nur ästhetisch-künstlerische Versiertheit offenbarte, sondern auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügte, bezeugen seine zahlreichen Illustrationen für zoologische Standardwerke jener Zeit, unter anderem für „Brehms Tierleben“. Bei der Betrachtung von Kuhnerts Werk muss aber zugleich auf das koloniale System verwiesen werden, in dem es entstand, von dem der Künstler profitierte und an dem er aktiv – etwa durch seine Teilnahme am Maji-Maji-Krieg – partizipierte. Seine Bilder trugen maßgeblich zum kolonialistischen Narrativ des wilhelminischen Zeitalters und lange darüber hinaus bei. | Katharina Wippermann