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Nymphe

Ident. Nr.: B I 670

ObjID: obj:965199

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Aristide Maillol (1861 - 1944),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1929-1937 (Guss 1939-1942)
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 157 x 62 x 47 cm
Erwerbung
1945 aufgefunden im Keller des Reichspräsidentenpalais und 1949 der Nationalgalerie (Ost) überwiesen. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

1929 konzipierte Maillol eine Gruppe von drei stehenden Frauenfiguren als ein Denkmal für den Dichter André Chénier. Das Projekt, das für die südfranzösische Stadt Carcassonne geplant war, zerschlug sich (Jean Girou, Sculptures du Midi, Paris 1938, S. 54–56). Der Bildhauer gab die Arbeit an der Figurengruppe jedoch nicht auf. Er begann mit der Mittelfigur; als Modell inspirierte ihn seine Geliebte, die spätere Bildhauerin Lucile Passavant (1910–2012). Als es Ende 1930 zur Trennung kam, war die „Nymphe“ noch nicht vollendet: Es fehlten noch die Arme, die erst 1936 hinzugefügt wurden. Zuvor war die Figur jedoch als Torso publiziert worden. 1937 ist ein erster Metallguss der Ganzfigur hergestellt worden. Im gleichen Jahr war auch die Dreiergruppe vollendet und wurde im Petit Palais – parallel zur Pariser Weltausstellung — präsentiert. Die erste Ausführung in Metall (in Blei) war für die Tate Gallery, London, hergestellt worden. Vor Maillols Tod und dem Kriegsende entstanden je vier Exemplare sowohl von der Dreiergruppe als auch der Mittelfigur. Die Güsse in Blei oder Bronze führte die Pariser Gießerei Alexis Rudier aus, die dank einer Sondererlaubnis der deutschen Besatzungsmacht ihre Tätigkeit im Krieg nicht einstellen musste. Eugène Rudier fungierte damals auch als Maillols Kunsthändler. Die Statue der Nationalgalerie fand man nach Kriegsende in den Trümmern des Reichspräsidentenpalais (Wilhelmstraße 73), wo sich die Dienstwohnung von Außenminister Joachim von Ribbentrop befunden hatte. Die Beschädigungen wurden in der Berliner Gießerei Noack beseitigt. | Ursel Berger

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger