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Ludwig von Hofmann

Ident. Nr.: B I 544

ObjID: obj:965248

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Albiker (1878 - 1961),
Künstler*in
Datierung
1927
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 41 x 20,5 x 25 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1931 Ankauf durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Essen für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Albikers dreidimensionales Porträt des Malers, Grafikers und Gestalters Ludwig von Hofmann (1861–1945) wirkt psychologisch ausdrucksstark. Der 66-Jährige ist mit nachdenklichem, leicht melancholischem Ausdruck, markanter Nase und Kinnpartie, mit Halbglatze und eng am Hals geknöpftem Hemdkragen dargestellt. Die grob gearbeitete, sichtbar mit den Händen modulierte Oberfläche verleiht der stellenweise golden schimmernden Bronzebüste etwas Lebendiges und Persönliches. Beide Künstler waren als Professoren an der Dresdner Kunstakademie freundschaftlich verbunden. Hofmann lehrte dort von 1916 bis 1931 Monumentalmalerei und hatte sich 1919 auch für die Berufung Albikers nach Dresden eingesetzt. Er selbst hatte in den 1880er-Jahren in Dresden und Karlsruhe sowie nicht allzu lang vor Albiker, 1889, an der Académie Julian in Paris studiert (vgl. Karl Albiker. 1878–1961. Plastik, Zeichnung, Ausst.-Kat. Georgenbau, Dresden, 1996, S. 12). Zum Zeitpunkt der Entstehung des Bildnisses war es eher ruhig um Hofmann geworden, was eine gewisse Melancholie im Ausdruck erklären könnte. Die Büste gelangte als einziges der Werke Albikers in der Nationalgalerie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg in deren Sammlung. 1931 war sie durch den preußischen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Essen angekauft und der Nationalgalerie „zur Ausstellung in der Sammlung“ überwiesen worden (SMB-ZA, I/NG 471, Bl. 339). In den späten 1920er-Jahren schuf Albiker mehrere Porträtbüsten von befreundeten Künstlern und Intellektuellen, so etwa von dem Maler Karl Hofer (1927; Museum der Stadt Ettlingen, Stadtmuseum Dresden, Kunsthalle Karlsruhe und Privatsammlung) oder dem Philosophen Leopold Ziegler (1926; Privatsammlung). | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz