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Porte IX

Ident. Nr.: B 1146

ObjID: obj:965252

1981 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
William Tucker (1935 -),
Künstler*in
Datierung
1973
Material / Technik
Eisen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 168 x 300 x 94 cm
Erwerbung
1981 Ankauf von der Galerie Wintersberger, Köln, durch das Land Berlin (West)

Objektbeschreibung

Tuckers Werk lotet die gesamte Bandbreite der bildhauerischen Mittel und Formen aus, die zwischen Figürlichem und Abstrakten wechseln und die Grenzen zwischen beidem aufheben. Die Vielseitigkeit seines künstlerischen Schaffens flankierte er 1974 mit seinem theoretischen Werk „The Language of Sculpture“ als einem der wichtigsten Publikationen zum Thema Bildhauerei der Nachkriegszeit. Auch „Porte IX“ ist beispielhaft für ein Austesten dessen, was die Bildhauerei vermag: Die bronzierte Eisenarbeit changiert in der Betrachtung zwischen Skulptur und Zeichnung. Es ist ein Spiel mit der Wahrnehmung, das je nach Blickwinkel die Frage aufwirft, wie die Linien und die Konstruktion miteinander zusammenhängen. Es sind Linien im Raum, die wie gezeichnet den physischen Raum markieren und beschreiben. Die Serie der „Porte“-Skulpturen hatte Tucker bereits in den 1950er-Jahren begonnen. Deutlich tritt in Tuckers freiem Umgang mit den Dimensionen, dem lockeren Wechsel zwischen Zeichnung und Skulptur, gegenständlicher und ungegenständlicher Darstellungsweise ein zentrales Anliegen hervor, nämlich die Untersuchung von Sehen und Wahrnehmung und somit letztlich das Hinterfragen von Deutung und Bedeutung. | Sintje Guericke

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz