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Troja (Totenkopf im Helm)

Ident. Nr.: B III 230

ObjID: obj:965262

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Christa Sammler (1932 -),
Künstler*in
Datierung
1979/1980
Weitere Titel
Sammlungstitel: Troja (Totenkopf im Helm)
Übersetzung: Troy (Skull in a Helmet)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 55 x 51 x 14 cm
Erwerbung
1984 Ankauf von der Künstlerin, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Sammlers Werk „Troja (Totenkopf mit Helm)“ entstand in Zusammenhang mit ihrer Arbeit an einem Denkmal für den Archäologen Heinrich Schliemann in der nach diesem benannten Berliner Oberschule (heute Gymnasium). Das annähernd quadratische Relief wird motivisch bestimmt von zwei sehr verschiedenen Kopfdarstellungen: Unten links zeigt es einen stark plastisch hervortretenden Totenkopf, den ein antikisch geformter Helm bedeckt. Aus dem aufgewühlten Erdboden darunter ragen einige Pfeilspitzen heraus, gemäß dem Werktitel ein Verweis auf den durch Homer überlieferten Kampf um Troja, den sie auch in dem Denkmal thematisierte. Im oberen rechten Teil des Reliefs ist das flach ausgeführte, strenge Profil einer kunstvoll frisierten und weise lächelnden Frau zu erkennen, das sich ebenfalls im Denkmal wiederfindet. Hierbei handelt es sich um das Zitat einer mykenischen Wandmalerei im Palast von Tiryns. Die beiden Köpfe des Reliefs erinnern somit an bedeutende Ausgrabungsstätten Schliemanns und bezeugen zugleich Sammlers ausgeprägtes Interesse für die frühgriechische Kunst, die sie „um ihrer ursprünglichen Kraft, Heiterkeit und Schönheit willen“ (zit. n. Christa Sammler. Skulptur, Berlin 1994, o. S.) schätzte. | Sophie Thorak

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson