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Kniende (Erwartung - Expectation)

Ident. Nr.: B III 163

ObjID: obj:965305

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Theo Balden (1904 - 1995),
Künstler*in
Datierung
1943
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kniende (Erwartung - Expectation)
Übersetzung: Kneeling (Expectation)
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1976
Material / Technik
Blei und Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 51 x 20 x 38 cm
Erwerbung
1976 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Um 1943 konzentrierte sich Balden in seinen Skulpturen auf die menschliche Gestalt in ihrer Verletzlichkeit und Bedrohtheit. Dabei ging es ihm nicht um das Erfassen von Details. Stattdessen standen für ihn die Gesamtgestalt und das in sie gesetzte Ausdruckswollen im Vordergrund. Es waren vor allem weibliche Figuren, die Balden während seiner Exilzeit in England gestaltete. Sie sind geprägt durch ihre voluminösen, schwellenden Grundformen, eine Überproportionierung der Gliedmaßen und kleine Köpfen. Im Gegensatz zu den früheren expressiven Figuren des Künstlers hat sich bei diesen Frauengestalten die Oberflächenbehandlung beruhigt, um die Klarheit der plastischen Formen umso reiner hervortreten zu lassen. Die Bleifigur der „Knienden“, auch als „Expectation“ (Erwartung) bezeichnet, steht beispielhaft für die Aufnahme dieser Prinzipien in Baldens Bildsprache. Jahrzehnte später notierte der Künstler dazu: „Auf engem Raume stoßen die Gegensätze aufeinander: stählerne, glatte Spannung und wuchtige Ausstülpung. Ein erregendes Schauspiel der Auflehnung gegen das Gebeugtsein“ (Theo Balden, Formerfahrungen, in: Ursula Feist, Theo Balden, Dresden 1983, S. 246). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz