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Andacht Passeyerer Hirten auf dem Felde. Aus der Gegend von Meran

Ident. Nr.: A I 11

ObjID: obj:965389

Details (Expert)

Beteiligte
Wilhelm Ludwig Friedrich Riefstahl (1827 - 1888),
Maler*in
Datierung
1864
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 103 x 158,5 cm
Erwerbung
1864 Ankauf aus der Berliner Akademieausstellung

Objektbeschreibung

Auf seinen Wanderungen durch die Alpen entlang des Passeiertals beobachtete Riefstahl 1863 unweit der Alm, auf der er übernachtet hatte, einen feierlichen Umzug: »Heut morgen kam eine Prozession von Pfelders her, es ist der Tag Laurentii, des Schutzpatrons der Hirten. Sie zogen zu dem Marienbilde vor meinem Hause, knieten nieder, beteten unter Vorsprechen des Geistlichen die Litanei und den Rosenkranz und zogen dann wieder ab« (zit. nach: H. von Berlepsch, Wilhelm Riefstahl, in: Zeitschrift für bildende Kunst, N. F., 1. Jg., 1890, H. 8, S. 207). Das Gesehene verarbeitete Riefstahl in einer Reihe unterschiedlicher Kompositionen, zu der auch das Bild die »Andacht Passeyerer Hirten auf dem Felde« von 1864 zählt, das im selben Jahr auf der Ausstellung der Berliner Akademie der Künste mit einer Kleinen Goldenen Medaille sowie dem Preis der Seydlitz-Stiftung ausgezeichnet wurde. »Ich merke schon«, schrieb Wilhelm Riefstahl 1877 an seine Ehefrau, »dass ich aus diesem katholischen Gebirgswesen nicht mehr heraus komme – wozu auch? Es ist so schön, eine so reiche Welt, wenn die Motive auch immer verwandt unter einander sein werden« (zit. nach: ebd., S. 185). In der Tat waren Riefstahl bis zu seinem Tod im Jahr 1888 die Lebenswelt der Tiroler Bauern und die sie umgebende erhabene Gebirgslandschaft vordringliches Thema seiner Kunst. Das Zusammenwirken von Landschaft und Figuren war dabei das künstlerische Problem, dem er sich immer wieder stellte. | Regina Freyberger

Letzte Aktualisierung: 19.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Alte Nationalgalerie

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Monica, die Tochter der Künstlerin

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Hans Rosenhagen

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Das Jahr 1899 war für den Maler Lovis Corinth von entscheidender Bedeutung. Die Jury der Münchner Secession, der er seit ihrer Gründung 1892 angehörte, wies sein Bild »Salome mit dem Haupte des Johannes« (Harvard University, Cambridge, Massachusetts) von ihrer Ausstellung zurück. Walter Leistikow jedoch, der gerade in München für die neugegründete Berliner Secession warb, war von dem Bilde begeistert und erbat es für die nächste Ausstellung dort. Corinths Übersiedelung nach Berlin war angebahnt.Das Jahresende 1899 verbrachte Corinth in Berlin. Er arbeitete in Leistikows Atelier in der Körnerstraße 26 an verschiedenen Porträts. Leistikow auch stellte den Kontakt zur Berliner Gesellschaft her. Am 28. Dezember berichtete Corinth nach München: »Durch die Salons schwimme ich wie ein Hecht, als wenn ich mich nie in anderen Kreisen bewegt hätte. Meine Erfolge hier habe ich Leistikow zu danken, bei dem ich auch viel bin« (L. Corinth, Eine Dokumentation, Tübingen 1979, S. 58). Über Leistikow lernte Corinth den Berliner Kunstkritiker Hans Rosenhagen und dessen Mutter kennen. Rosenhagen war nicht nur Herausgeber der Zeitschrift »Das Atelier«, er schrieb Artikel zur Berliner Kunst für die Zeitschrift »Die Kunst für Alle«, später auch Rezensionen über die Ausstellungen der Berliner Secession und der Galerie Cassirer. Corinth malte Hans Rosenhagen (1858–1943) am 25. Dezember in dessen Berliner Wohnung (Nationalgalerie Berlin, Inv.-Nr. A II 994). Mit merklich größerer malerischer Freiheit und Freude hatte er zuvor schon, im November, das Bildnis der Mutter gemalt (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A II 532). Er hatte sie darum gebeten, wie überliefert ist, für dieses Bildnis ihr rot changierendes Kleid anzuziehen. Der warme Farbklang des Kleides wiederholt sich im Bild bei Tisch und Stuhl und dem Sofakissen und betont die Blässe des Gesichts. Dessen Tonigkeit variiert Corinth in der Decke und der hellen Gardine. Mutter Rosenhagen aber war mehr als ein Modell, wie wir aus einem Brief von Hans Rosenhagen an Charlotte Corinth von 1931 erfahren: Corinth »widmete ihr sogleich eine besondere Zuneigung, die aufrichtig erwidert wurde. Sah meine Mutter doch – sie stammte aus Westpreußen – in Corinth so etwas wie einen halben Landsmann« (Ch. Berend-Corinth, Lovis Corinth, München 1992, S. 219). | Angelika Wesenberg