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Kleine Säule

Ident. Nr.: FNG 8/79

ObjID: obj:965418

Erworben durch die Freunde der Nationalgalerie
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kurt Schwitters (1887 - 1948),
Künstler*in
Datierung
1922-1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kleine Säule
Übersetzung: Small Column
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
399503
Sammlung Hannah Höch, Berlin,
um 1924 - 1978
Nachlass/Vermächtnis: Erbengemeinschaft Hannah Höch,
1978–1979
Material / Technik
Holz, lackiert
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 23 x 22 x 16 cm
Erwerbung
1979 Ankauf aus dem Nachlass Hannah Höch, Berlin (West), durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Die kleine Plastik von Schwitters beeindruckt durch ihre formale wie farbliche Reduktion: Vier monochrom gefasste Holzklötze genügen, um eine spannungsreiche abstrakte Komposition aus elementaren Formen wie Rechteck und Zylinder zu arrangieren. Neben dem senkrecht auf einer flachen Sockelplatte stehenden Rundstab liegt eine Art Mörserstößel, dessen verdicktes Ende auf dem diagonal zum Brett positionierten weißen Vierkantstab ruht. So entsteht ein dreidimensionales Stillleben mit fragilem Gleichgewicht, das wie die frühen, als „Merzarchitektur“ bezeichneten Werke des Künstlers Modellcharakter besitzt und „lediglich einen künstlerischen Sinn hat“ (Christof Spengemann, Merz. Die offizielle Kunst, in: Der Zweemann. Monatsblätter für Dichtung und Kunst, 1. Jg. [1920], H. 8–10, S. 41). Die Bezeichnung des kleinen Objekts durch seine Vorbesitzerin, Hannah Höch, als „schwarze Säule“ kommt nicht von ungefähr, denn die gleichgesinnte Künstlerfreundin aus dem Berliner Dada-Kreis kannte die Bedeutung von Säulen in Schwitters’ Schaffen. Seit Beginn der 1920er-Jahre gestaltete er in seinem Elternhaus in Hannover diverse „Merzsäulen“. Dies waren Stelen, an denen Druckschriften und Fundgegenstände jeglicher Art montiert wurden. Im Laufe der Jahre wuchsen sie zu einer begehbaren Raumskulptur zusammen, dem legendären „Merzbau“ (1923–1936; 1943 zerstört, Nachbau im Sprengel Museum Hannover), der zu Beginn der 1930er-Jahre eine vergleichbar reduzierte konstruktivistische Gestalt erhielt. | Isabel Schulz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz