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Medaille Johann Joachim Winckelmann

Ident. Nr.: B I 677

ObjID: obj:965440

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Scheibe (1879 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1939
Weitere Titel
Sammlungstitel: Medaille Johann Joachim Winckelmann
Übersetzung: Medallion for Johann Joachim Winckelmann
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Durchmesser: 7,8 cm
Erwerbung
1948 Ankauf für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Johann Joachim Winckelmann (1717–1768) gilt als Gründervater der modernen Kunstgeschichte und wissenschaftlichen Archäologie. Seine Geburtsstadt Stendal erwarb 1939 eine umfangreiche Privatsammlung von Erstausgaben, Briefen und anderen Archivalien des Gelehrten. Für die Verwaltung und Ausweitung der Kollektion gründete sich 1940 die Winckelmann-Gesellschaft, die bereits Anfang des folgenden Jahres mehr als 600 Mitglieder verzeichnete, darunter Künstler wie Scheibe und Georg Kolbe (vgl. das Mitgliederverzeichnis in: Jahresgabe der Winckelmann Gesellschaft Stendal, Berlin 1942, S. 65). Scheibe war es auch, der schon im Jahr zuvor vom Rat der Stadt den Auftrag erhalten hatte, eine Medaille als Ehrengabe zu entwerfen, um sie an Personen zu verleihen, die sich um die Winckelmann-Forschung verdient gemacht hatten. Als Vorlage für die reduzierte Darstellung im Linksprofil nutzte der Bildhauer verschiedene posthum entstandene Gemälde und Porträtbüsten des Archäologen. Im Gegensatz zu den beiden einseitigen Medaillen im Besitz der Nationalgalerie zeigt die Rückseite der Stendaler Variante das Stadtwappen mit dem Schriftzug „Ehrung der Stadt Stendal“. Die Stadt kaufte 1939 zwei versilberte Exemplare an; die Auszeichnung selbst wurde jedoch aufgrund der Kriegsereignisse bis 1953 nur dreimal vergeben, zum Beispiel 1946 an den Maler Erwin Hahs. Eine von Gerhard Richter, dem Gründungsdirektor des Winckelmann-Museums in Stendal, leicht modifizierte Variante der Medaille wird seit den 1960er-Jahren regelmäßig verliehen. | Carolin Jahn

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz