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Mädchenkopf

Ident. Nr.: B I 564

ObjID: obj:965468

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Kirchner (1902 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1934
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchenkopf
Übersetzung: Head of a Girl
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1934
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 27,5 x 18 x 21 cm (ohne Sockel)
Erwerbung
1934 Ankauf vom Künstler aus der Großen Münchner Kunstausstellung

Objektbeschreibung

Der Mädchenkopf, der auch als „Porträt Anni“ (Bildakte in der Neuen Nationalgalerie) bekannt ist, wurde 1934 auf der „Großen Münchner Kunstausstellung“ gezeigt und dort durch die Nationalgalerie vom Künstler erworben. Das Porträt ist ein Frühwerk Kirchners, der zuvor Meisterschüler von Hermann Hahn in München gewesen war. Im Bildnis der jungen Frau zeigt sich eine Abwendung vom klassischen Schönheitsideal und der kunstvollen Naturnachahmung. Es ging dem Künstler darum, das Wesenhafte, die Persönlichkeit der Dargestellten sichtbar zu machen. So prägen das unverstellte Lächeln und der direkte Blick den Ausdruck. Die Plastizität und die mit der Hand modellierten Haare, die gratigen Unebenheiten und der abrupt endende Hals ordnen sich der Gesamtwirkung unter. Der Schaffensprozess und die Materialität des weichen Wachses, aus dem das Modell der Büste geschaffen wurde, bleiben sichtbar, die Linien sind weich. Das Werk des Künstlers zeichnete sich im Laufe der Jahre zunehmend durch Archaik und Vereinfachung aus, wie sich an der 1966 für die Nationalgalerie ebenfalls von Kirchner direkt erworbenen Bronzebüste des dirigierenden Karl Böhm (1965, B 816) ablesen lässt. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz