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Athlet

Ident. Nr.: NG 21/91

ObjID: obj:965530

Schenkung Otto van de Loo
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Lothar Fischer (1933 - 2004),
Künstler*in
Datierung
1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Athlet
Übersetzung: Athlete
Geografische Bezüge
Provenienz
Galerie Moderne, Silkeborg,
1990
Otto van de Loo, München,
1990–1991
Material / Technik
Terrakotta
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 55 x 35 x 21 cm
Erwerbung
1991 Schenkung Otto van de Loo, München

Objektbeschreibung

Anfänglich geprägt von den Bildhauern der Münchner Akademie um Toni Stadler (vgl. NG 3/75) und Heinrich Kirchner (vgl. B 816), dessen Meisterschüler Fischer ab 1955 war, entfernte er sich im Kontakt mit internationalen Tendenzen des Informel zunehmend von der tektonischen Figurenauffassung der Münchner Schule. Den durch Kirchner vermittelten experimentellen Ansatz des Arbeitens mit Wachsplatten und unmittelbaren Gießens im Cire-Perdue-Verfahren entwickelte er im Bereich der Tonplastik weiter. Auf Initiative der Maler Helmut Sturm, Heimrad Prem und HP Zimmer wurde Fischer 1957 Mitbegründer der Künstlergruppe SPUR, die mit ihren provokativen Aktionen die Grenzen zwischen gesellschaftlichem Engagement und bildender Kunst neu auslotete und damit für Aufsehen sorgte. Zeitweise belegte das Bayerische Kultusministerium die Gruppe mit Ausstellungsverbot in landeseigenen Ausstellungsräumen. Besondere Bedeutung kam in dieser Situation dem Kunsthändler Otto van de Loo zu, der nicht nur Künstler des deutschen Informel sowie zeitgenössische internationale Positionen vertrat, sondern sich auch für die Verbreitung der engagierten jungen Münchner Szene um Fischer einsetzte. Sowohl „Athlet“ als auch die Terrakotta „Spielender Mond“ (NG 22/91) sind Schenkungen Otto van de Loos an die Nationalgalerie. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz