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Landschaft bei Vilm Verso: Ölstudie zu einer Sitzenden (übermalt)

Ident. Nr.: A IV 379

ObjID: obj:965535

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kate Diehn-Bitt (1900 - 1978),
Künstler*in
Datierung
1938
Weitere Titel
Sammlungstitel: Landschaft bei Vilm Verso: Ölstudie zu einer Sitzenden (übermalt)
Übersetzung: Landscape near Vilm Verso: Study of a Seated Figure (painted over)
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Kate Diehn-Bitt,
1978–1979
Material / Technik
Öl auf Sperrholz
Abmessungen
Höhe x Breite: 81,5 x 99 cm
Erwerbung
1979 Schenkung aus dem Nachlass der Künstlerin

Objektbeschreibung

1935 erhielt Diehn-Bitt ihre erste Einzelausstellung: in der Galerie Gurlitt in Berlin. Sie löste positive Reaktionen und zugleich Angriffe von der nationalsozialistischen Presse aus. Danach wurde der Künstlerin eine Ausstellungs- und Malverbot erteilt. Als Tochter eines jüdischen Stiefvaters sah sie sich zudem gezwungen, aus Sicherheitsgründen den Kontakt zu ihren Eltern abzubrechen. Im Gemälde der kleinen, vor Rügen gelegenen Ostseeinsel Vilm hat sie die Situation der Einsamkeit und Verlassenheit in die Natur übertragen. Große Wolken verdunkeln den Himmel, gleichwohl bleibt ein guter Teil der darunter befindlichen Ostsee hell erleuchtet. Auch die kargen, ins Meer hineinragenden Steilküsten verdecken nicht den Blick auf einen Streifen fern am Horizont, an dem die lichten Partien des Meeres und des Himmels einander berühren, ohne dass eine Sonne zu erkennen wäre. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz