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Stillleben mit Blumen und Früchten

Ident. Nr.: A II 1066

ObjID: obj:965561

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Details (Expert)

Beteiligte
Alexej von Jawlensky (1864 - 1941),
Künstler*in
Datierung
um 1910
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Blumen und Früchten
Übersetzung: Still Life with Flowers and Fruit
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 49,5 x 53,5 cm
Erwerbung
1950 Ankauf von der Galerie Meta Nierendorf, Berlin, für die Galerie des 20. Jahrhunderts. 1951 Schenkung des Magistrats von Groß-Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Der Russe Jawlensky studierte ab 1889 an der Kunstakademie in Sankt Petersburg, unter anderem bei Ilja Repin, dem führenden Maler des Landes im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Gemeinsam mit der Malerin Marianne von Werefkin und weiteren Künstlern aus Sankt Petersburg zog Jawlensky 1896 nach München und lebte fortan, mit Ausnahme der Jahre 1914 bis 1920, in Deutschland. Auf Reisen nach Frankreich begegnete er ab 1903 der Malerei der Fauves. Die Farben des „Stilllebens mit Blumen und Früchten“ sind stark von ihnen beeinflusst und zeigen gleichzeitig Jawlenskys Zugehörigkeit zu den Münchner Expressionisten auf. Thematik und Komposition des Bildes – mit dem frontalen Blick auf den Tisch, der größeren Vase sowie der Kanne links und rechts, der Handvoll reifer Früchte – sind sehr klassisch. Doch der Maler lässt die Tischdecke leuchten, die Früchte schimmern und die Blumen hinter der Teekanne sich wie ein kleines Feuerwerk auffächern. Die Farben des Hintergrunds stechen gegenüber der Vase und der Teekanne deutlich heraus. Diese Betonung des Fonds unterscheidet das Stillleben von anderen, die Jawlensky in den späten 1910er-Jahren malte. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz