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Schwimmerin II

Ident. Nr.: B II 44

ObjID: obj:965563

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gerhard Marcks (1889 - 1981),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1938 (Guss 1940)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schwimmerin II
Übersetzung: Swimmer II
Originaltitel: Nuotatrice
Geografische Bezüge
Provenienz
Felix Weise, Halle/Saale,
um 1940 - 5.2.1964
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 169 x 41 x 47 cm
Erwerbung
1964 Ankauf aus der Sammlung Felix Weise, Halle an der Saale

Objektbeschreibung

Der Entstehungsprozess der „Schwimmerin“ verdeutlicht Marcks’ stringente Arbeit am eigenen Werk. 1933 entwickelte er eine erste Version der lebensgroßen Figur (WVZ Rudloff 1977, 274), Modell stand ihm hierfür seine Tochter Brigitte (1916–2011); (vgl. das Werktagebuch „Gyps & Bronze 1919–1934“, Nr. 123, Archiv Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen). Als er den Gips 1938 im Atelier überarbeitete, glättete er insbesondere die Oberflächen zu einzelnen klar abgegrenzten Volumina. Damit verfolgte er die zunehmende Abkehr von einer individuell nach der Natur aufgefassten Form hin zur Darstellung einer möglichst allgemeingültigen „Urform“, unter zunehmender Geometrisierung der Einzelformen. 1952 arbeitete Marcks erneut am Gips der „Schwimmerin“. Dieses Mal stand seine Tochter Ute (1921–1993) Modell. Das Exemplar der Nationalgalerie zeigt nicht die 1938 veränderte Version mit Dutt (WVZ 354). Den nach Marcks’ Angaben 1940 durch die Berliner Gießerei Noack ausgeführten Guss hatte der Künstler an den Industriellen Felix Weise verkaufen können, mit dem er während seiner Lehrtätigkeit in Halle in engem Kontakt gestanden hatte. Weise unterstützte den Bildhauer nicht nur nach dessen Entlassung aus dem Lehramt in Halle 1933, sondern auch nachdem dessen Werk durch die Ausstellung „Entartete Kunst“ zunehmend geächtet und offizielle Verkäufe nach Beschlagnahmungen in der Berliner Galerie Karl Buchholz immer schwieriger wurden. 1933 deponierte Marcks bei Weise sogar 17 Kisten mit Plastiken von 1918 bis 1933, die 1945 jedoch von der Bevölkerung geplündert und zumeist vernichtet wurden. Die Bronze „Schwimmerin II“ überstand den Bildersturm und wurde 1964 von der Nationalgalerie (Ost) angekauft. | Yvette Deseyve

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger